Presseerklärung vom 04. Oktober 2002

Dieselruß macht Krebs: Schluss jetzt, Herr Schrempp!

Jugendliche fordern DaimlerChrysler auf, Dieselruß-Filter einzubauen

Stuttgart, 04.10.2002 - Jugendliche aus Bayern und Baden-Württemberg fordern am Samstag, 05.10.2002, mit Aktionen in der Stuttgarter Innenstadt DaimlerChrysler eindringlich auf, in alle Dieselfahrzeuge Dieselruß-Filter einzubauen. Dazu werden über 20 Mitglieder der Greenpeace-Jugendgruppen aus Augsburg, Heilbronn, Konstanz, München und Stuttgart in gelben Pullis mit Infomaterial und einem Banner die Passanten auf das Thema „Krebs durch Dieselruß“ aufmerksam machen. Bei einer Fotoaktion wollen die Jugendlichen Passanten fotografieren, die ebenfalls von DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp Rußfilter für Dieselfahrzeuge fordern. Außerdem sammeln die Jugendlichen Unterschriften für Dieselruß-Filter, mit Puppenwägen machen sie auf die Dieselruß-Gefahr für Kleinkinder aufmerksam. Die Aktionen finden an der Ecke Königstraße/Bolzstraße von 11 bis 16 Uhr statt.

„Allergie mit 1, Asthma mit 8, herzkrank mit 15 Jahren: Das ist die Folge von Dieselruß für uns Jugendliche. Damit wir nicht mit 34 Krebs bekommen, müssen die Autohersteller endlich die längst ausgereifte Dieselruß-Filtertechnik einsetzen, allen voran der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler!“ fordert Dominika Tux von der Greenpeace-Jugendgruppe Stuttgart. Dominika Tux weiter: „Der Chef von DaimlerChrysler muss endlich einsehen, dass die Filtertechnik am Markt verfügbar ist und nun eingesetzt werden muss, um die Menschen vor der Krebsgefahr zu schützen.“

Lungenkrebs ist die bekannteste Bedrohung, die von Dieselabgasen ausgeht. Im Tierversuch ist Krebs aus Dieselruß seit langem nachgewiesen. Beim Menschen fehlte der letzte wissenschaftliche Beweis. Die Autoindustrie hat dies seit vielen Jahren als Vorwand missbraucht, immer weitere wissenschaftliche Beweise zu fordern. Damit nimmt sie Tausende von Todesfällen billigend in Kauf. Inzwischen ist die krebsauslösende Wirkung der Dieselruß-Partikel in der Wissenschaft so gut wie anerkannt. Auch Autohersteller widersprechen dem nur noch sehr verhalten. Weitere Krankheitsbilder durch Dieselruß-Partikel sind Erkrankungen der Atemwege, des Herzens und des Kreislaufs.

Dieselautos von DaimlerChrysler, VW und anderen Autofirmen sind nicht mit Rußfiltern ausgerüstet, obwohl diese die Abgase zum Teil entgiften und die Menschen vor Krebs erregendem Dieselruß schützen können. Der Hersteller der Marken Citroën und Peugeot (PSA) verwendet dagegen schon seit dem Jahr 2000 Rußfilter. Greenpeace zeigt jetzt mit einem gebrauchten Mercedes (Modell: C-220 CDI – T) neuerer Bauart, dass sich der Filter nachträglich leicht einbauen lässt und damit der Ausstoß von Rußpartikeln drastisch sinkt.

In Greenpeace-Jugendgruppen finden sich Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zusammen, die aktiv für den Umweltschutz eintreten. Mit eigenen Aktionen machen sie auf wichtige Umweltprobleme aufmerksam.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 06.10.2002