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Greenpeace-Nachrichten vom August 2002
Die andere Baustelle
GRÜNES BAUEN - Unternehmer Stefan Bleyer (37) über seine
Erfahrungen und das Ökoprofil seiner neuen Produktionshalle im schwäbischen
Schorndorf
Stefan Bleyers Betrieb mit 18 Mitarbeitern fertigt Edelstahl- und Metallteile
für die Industrie. Jetzt baut er eine neue Produktionshalle, ein
Paradestück für ökologisches Bauen.
Herr Bleyer, wodurch zeichnet sich Ihr neuer Bau aus?
Wir haben auf den Massenkunststoff PVC und den Klimakiller FCKW/FKW komplett
verzichtet. Stattdessen verwenden wir Rohre, Kabel und Folien aus umweltfreundlichem
Polypropylen und Polyethylen. Statt Holz aus den letzten Urwäldern
der Welt haben wir FSC-zertifizierte Hölzer eingebaut. Strom und
Wärme liefern zwei Blockheizkraftwerke, die mit Erdgas befeuert werden.
Wir haben ein Gründach und können dort später Solarzellen
nachrüsten. Bei Baustoffauswahl und Energiegewinnung habe ich mich
von einem Experten der Stuttgarter Greenpeace-Gruppe beraten lassen -
dieses Know-how und Engagement waren sehr nützlich.
Wird der Bau teurer?
Laut meiner Bank verschenke ich Geld. Die ökologische Bauweise kostet
rund 200.000 Euro mehr, rund zehn Prozent der Baukosten. Aber ich habe
drei Kinder und fühle mich verantwortlich für die Umwelt, in
der wir leben. Ökologisches Bauen rechnet sich, es ist nur eine Sache
des Wollens.
Gab es Widerstände?
Ich habe Verwunderung und Ablehnung erlebt. Beispielsweise war unser Oberbürgermeister
in Schorndorf sehr skeptisch. Erst beim Richtfest hat er mir anerkennend
auf die Schulter geklopft. Vor allem aber hat mich die Borniertheit der
Handwerker geärgert. Sobald ein Auftrag etwas schwieriger wird, will
keiner ihn übernehmen. Für PVC-freie Rohre habe ich sechs Firmen
angeschrieben, nur eine hat geantwortet.
 
© S. Bleyer GmbH |
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Die Ökoproduktionshalle im Modell
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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
20.10.2002
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