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impulse - Das Unternehmermagazin vom Februar 2003 Alles in ÖkoEin Mittelständler bekommt höchstes Lob von Greenpeace für seine neue Gewerbehalle. Vorbild für alle, die nachhaltig investieren wollen.Anfangs hatte Greenpeace-Experte Matthias von Herrmann große Zweifel: Warum erkundigt sich ein Unternehmer bei ihm nach der optimalen Öko-Bauweise? Gute PR auf Kosten der Umweltschutzorganisation? Doch der württembergische Metallbauer Stephan Bleyer meinte es ernst: Nach allen denkbaren ökologischen Standards konnte Herrmann Ende 2000 mit Bleyers Bauleiter die neue Fertigungshalle entwickeln. Noch in diesem Februar geht sie in den Vollbetrieb, quasi Greenpeace-zertifiziert. Herrmann: "Eine solche Entschlossenheit eines Unternehmers haben wir noch nicht erlebt." Die hat freilich ihren Preis: Mit 1,5 Millionen Euro ist die Öko-Halle elf Prozent teurer als bei herkömmlicher Bauweise. "Für mich lohnt sich das trotzdem", ist Bleyer überzeugt. Nun produziert der 37-jährige Kfz-Prüfstände für die Autoindustrie und individuelle Metallbaulösungen in mustergültigem Ambiente: Materialien, die PVC oder die Klimakiller FCKW/FKW enthalten, fehlen völlig. Stattdessen bestehen Rohre, Kabel und Folien aus umweltfreundlichem Polypropylen und Polyäthylen. Und das Holz stammt aus bewirtschafteten Wäldern, wo die Arbeiter nach Mindeststandards entlohnt und Rohstoffe fair gehandelt werden. Energie für die 650 Quadratmeter große Halle mit ihrer Fußbodenheizung liefern zwei kleine, mit Gas betriebene Blockheizkraftwerke. Eine Fotovoltaikanlage und eine Windkraftanlage lassen sich zudem jederzeit nachrüsten. Für Greenpeace ein "wegweisender Bau", für Bleyers Bank anfangs ein haarsträubender Plan. "Dann ließ sich der Berater von meiner Philosophie anstecken", sagt der Bauherr. "Etwas konsequent anders zu machen als andere - das ist schließlich mein Erfolgsrezept auch als Unternehmer." Während die Branche rundum klagte, steigerte der Metallbaumeister seinen Umsatz 2002 erneut um rund 40 Prozent - auf 1,5 Millionen Euro. Späteinsteiger Bleyer, der vor seiner Zeit als Unternehmer Jugend-
und Heimerzieher war, setzt auf Zukunftswirkung. Rechnerisch kann er bei
seinem Bau bislang nur sicher sein, dass er 70 Tonnen Kohlendioxid pro
Jahr einspart. Und dass er überschüssige Energie ins Netz einspeisen
darf - vergütet mit 7,6 Cent pro Kilowattstunde. Auch die 20.000
Euro Fördermittel versteht er eher als Anerkennung. "Subventionen
zu bekommen war nie mein Ziel", erklärt Bleyer. "Ich will
etwas für nachfolgende Generationen tun. Das rechnet sich immer." Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 28.03.2003 |