Greenpeace beriet beim Bau einer Werkshalle
| Hintergrund |
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Der metallverarbeitende Betrieb S.
Bleyer GmbH aus Kernen im Remstal baute im Sommer 2002 in Schorndorf
eine neue Produktionshalle. Die Baustoffauswahl wurde in Zusammenarbeit
mit uns durchgeführt. Der Bauherr wollte von Anfang an ökologische
Baumaterialien einsetzen, Greenpeace hat ihn dabei ausführlich
beraten. Dabei konnten die von Greenpeace aufgestellten Mindestkriterien
für mehr Umweltschutz am Bau zum Großteil umgesetzt werden.
Greenpeace bezeichnet daher diesen Hallen-Neubau als wegweisend.
Das Ökoprofil der Halle gibt Aufschluss über die verwendeten
Baustoffe und das Energiekonzept.
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| Baustoffe |
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Die Baustoffauswahl geschah unter der Vorgabe, auf extrem umweltschädliche
Materialien wie zum Beispiel den Massenkunststoff PVC, die Klima-
und Ozonkiller FCKW/FKW, halogenierte Flammschutzmittel und Holz
aus den letzten Urwäldern der Erde zu verzichten. Beim Neubau
der Produktions- und Lagerhalle wurden daher konsequent Rohre, Kabel
und Folien aus umweltfreundlichem Polyethylen bzw. Polypropylen
und aus EPDM-Synthesekautschuk verbaut. Nur zwei Spezialbauteile
sind aus PVC, da es auf dem Markt bislang keine Alternativen dazu
gab (Dachentlüftung, Fäkalien-Rückstauautomat).
Extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten, die gesundheitsschädliche
Flammschutzmittel enthalten, wurden in einigen Dämmbereichen
(Dach, Wände, Heizungsrohre) durch Mineralwolle, Kork oder
EPDM-Synthesekautschuk ersetzt. Als Trittschalldämmung sowie
im Perimeterbereich als Wärmedämmung kamen flammschutzmittelhaltige
Styropor- und Hartschaum-Platten hingegen aus Kostengründen
zum Einsatz. Diese enthalten jedoch kein FCKW/FKW. Nur die Wärmepumpe
(siehe unten) enthält H-FKW als Kältemittel, die zuständige
Elektrofirma hat die Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative
(anderes Kältemittel, anderer Hersteller) trotz Mahnung durch
Greenpeace nicht durchgeführt.
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Das Kiefernholz, aus dem die Fenster gemacht sind, stammt
aus Wäldern, die nach den strengen ökologischen
Kriterien des Forest
Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet werden. Eingepasst
wurden die Fenster nicht mit FCKW-haltigem Polyurethan-Schaum,
sondern mit Hanf. Die äußeren Aluteile dienen als
konstruktiver Holzschutz.
Das Holz der Bürotrennwände ist leider nicht FSC-zertifiziert,
der Schreiner hat sich nicht an die Ausschreibung gehalten,
die FSC-zertifiziertes Holz vorgeschrieben hat. Auch konnte
der Schreiner keinen Nachweis liefern, von wo das Holz stammt.
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es Holz aus den letzten
Urwäldern der Erde.
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| Energiekonzept |
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Die Bereitstellung von Strom und Heizungswärme geschieht möglichst
umweltfreundlich und zugleich effizient und wirtschaftlich: Zwei
Blockheizkraftwerke, die mit Erdgas befeuert werden, laufen mit
Kraft-Wärme-Kopplung: Die Abwärme der Stromgewinnung wird
für die Beheizung der Halle und der Büroräume weiterverwendet.
So ergibt sich ein Wirkungsgrad von ca. 90 Prozent, die Ausnutzung
des Energieträgers Erdgas ist optimal.
Eine Wärmepumpe sorgt zusätzlich für effiziente
Heizenergie-Gewinnung, indem sie gezapftes Grundwasser um 2°
C abkühlt und mit dieser Temperaturdifferenz heizt. Weil das
gesamte Gebäude sehr gut gedämmt ist, wird für seine
Beheizung nur wenig Energie benötigt. Im Vergleich zu einer
normalen Ölheizung spart die S. Bleyer GmbH pro Jahr 70 Tonnen
Kohlendioxid ein. Die Kühlung im Sommer erfolgt mittels kaltem
Grundwasser. Die extensive Dachbegrünung sorgt für ein
günstiges Mikroklima. Das benötigte elektrische Licht
wird sensorgesteuert geregelt, die gesamte Architektur ist tageslichtoptimiert
ausgerichtet. Das Gebäude ist für eine Nachrüstung
mit Solarzellen auf dem Dach ausgelegt, eine Windkraftanlage neben
der Halle ist ebenfalls in Planung.
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| Fazit |
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Die meisten Handwerker haben sich, wenn auch teilweise nach Anlaufschwierigkeiten,
an die ökologischen Vorgaben gehalten. Nur der Schreiner (Bürotrennwände)
und die Elektrofirma (Kältemittel der Wärmepumpe) haben
umweltschädliche Materialien entgegen den Ausschreibungen verbaut.
Vielen Handwerkern fehlte schlicht und einfach das Wissen über
ökologische Baumaterialien. Das Interesse an Informationen
über die Umweltauswirkungen von Baustoffen und über umweltfreundliche
Alternativen hielt sich jedoch auch in Grenzen. Trotz der beschriebenen
Versäumnisse einzelner Firmen ist die neue Produktionshalle
der Fa. S.
Bleyer GmbH sehr viel ökologischer gebaut als herkömmliche
Industriebauten oder Wohnungsbauten, sie steht damit beispielhaft
für moderne Industriebauten.
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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
05.08.2003
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