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Stuttgarter Zeitung vom 8. Juni 2002 Mut zum UnüblichenMittelständische ÖkohalleKlar, für die Umwelt tun wir fast alles, nur kosten darf's nix. Aus Gemeinderatssitzungen ist dieses Motto hinlänglich bekannt, und auch im Geschäftsleben greift diese urschwäbische Einstellung nicht selten. Grund genug, dass sich Verfechter verbesserter Umweltstandards bislang gerade im mittelständischen Milieu recht schwer taten. Dort wird in vielen Fällen streng betriebswirtschaftlich gerechnet, und jede Investition ist wie ein direkter Griff ins Portemonnaie. Schwer zu vermitteln sind da verständlicherweise die langfristigen und volkswirtschaftlichen Vorteile des zunächst schlicht und einfach teuer scheinenden Umweltschutzes beim Bau. Eingesparte Energiekosten können im Zweifelsfall noch ein Argument sein. Aber wer mag schon an die Kosten für die Entsorgung von Problemstoffen in 20, 30 Jahren denken, wenn er eine neue Halle plant? Die Entscheidung ist in der Regel spätestens in dem Moment gefallen, wenn die rechnerischen Baukosten fürs umweltschonende Projekt merklich höher ausfallen als bei der konventionellen Bauweise. Respekt also vor dem Mut zum Unüblichen, vor der Entscheidung, den Greenpeace-Leuten die Gelegenheit zu verschaffen, ein solches Projekt endlich einmal in der Praxis zu testen. Vielleicht gibt es in der Folge ja noch öfter Gelegenheit, die sonst meist zum Protest entfalteten Transparente aus Freude über ein Ökoprojekt zu entrollen. Von Harald Beck Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 17.06.2002 |