Waiblinger Kreiszeitung vom 03. Juli 2002
Backnanger Zeitung vom 03. Juli 2002
Schorndorfer Nachrichten vom 03. Juli 2002
Welzheimer Zeitung vom 03. Juli 2002
Winnender Zeitung vom 03. Juli 2002

Er baut mit Greenpeace ..

.. und hat es noch nicht bereut: Gewerbebau-Pionier Stefan Bleyer

Schorndorf (no) - Wer mit Greenpeace baut, erlebt nicht unbedingt sein grünes Wunder. Mehr
denn je sind Bauherr, der Spezial-Metallbaubetrieb Bleyer, und die Umweltschutzorganisation guten Mutes, Pilothaftes in Schorndorf zu schaffen.

Gerade junge Bauherren müssen da durch. Jeder redet ihnen drein, es ist wie beim Fußball. "Ich muss mir ständig sagen lassen, das macht man so nicht", plaudert Stefan Bleyer aus seiner Bauherrenseele. Und dann baut der Mann, typisch: 37 Jahre jung, auch noch unter den gnadenlosen Augen von Greenpeace. Er lässt sich alles, was die Baufirma vorschlägt, von Greenpeace genehmigen. Er will das Öko-Korrekt-Siegel. Dabei ist das Bauen ja eh schon mit Grauen verbunden. Wenn sich einer noch extra Schwierigkeiten machen will, dann nur zu..? Denkste. Und Stefan Bleyer hat sich was gedacht. Er will eines Tages seinen Kindern Rechenschaft ablegen können wenn die fragen, was der Pappa gegen die globale Klimakrise getan hat. Dann will er sagen können: Ich hab damals, als ich meinen Fabrikbau hingestellt habe, das aktuellste einbauen lassen, was es an effizienten Gerätschaften zur Erzeugung von Energie gibt. Ich wollte kein Material, das im Ruf steht, ein Klimakiller zu sein.

Und so liest sich denn die Liste der Neuerungen imposant lang. Herzstück sind zwei Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme zugleich produzieren. Dazu eine Wärmepumpe, die im Sommer auch kühlen kann. Eine stromfressende Klimaanlage kommt hier nicht ins Haus. Dabei verlässt sich Bauherr Bleyer auf das Konzept der Elektrofirma Link aus Weiler, die sich selbst durch einen Dauerläufer im Keller befeuern lässt. Die Elektrokabel haben keine PVC-Ummantelung, es geht mit Natur genauso. Holz ja, aber nur weltweit gültig zertifiziertes. Für eine extra Stromproduktion werden Kanäle gerichtet, um eines Tages Fotovoltaikzellen aufs Dach montieren zu können. Die Genehmigung ist eingeholt für ein Windrad, das dann direkt neben der Bundesstraße rotieren würde. Das ist vor allem gut fürs Image, gibt der Ökoindustriebau-Pionier zu, schließlich leben wir hier nicht gerade auf dem Nordseedeich.

Aber einer muss ja anfangen. So wie Stefan Bleyer, ein gerade auch verbal überzeugend zupackender Typ, der seine Firma einst allein hochgezogen hat. 18 Leute, "und schuldenfrei". Sie machen Hilfsgeräte, für Auto-Prüfstände vor allem. Während seine Mitmenschen sich ständig fragen "wie geht das eigentlich", will Stefan Bleyer vor allem Antworten geben: "Man muss sich nur damit beschäftigen."

Foto zum Artikel
© Lutz
 

Grundsteinbetonierung für einen Fabrikbau. Und das unter den Augen von Greenpeace.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 05.07.2002