Friedrichs-Carré: H-FCKW wider Willen?

Hintergrund
Im Juni 2001 fanden wir auf der Baustelle "Friedrichs-Carré" an der Friedrichstraße in Stuttgart klima- und ozonschädliche Dämmplatten der Marke "Jackodur" (Firma Gefinex-Jackon). Diese Platten waren schon verbaut.

Bereits im Jahr 2000 entdeckten wir auf der gleichen Baustelle die selbe Art umweltschädlicher Dämmplatten. Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Schneller Erfolg am Friedrichs-Carré". Der Bauherr HochTief sagte damals innerhalb einer Woche den Austausch der von uns kritisierten Dämmstoffe gegen umweltfreundlichere Materialien zu und handelte auch entsprechend.

Und jetzt, ein Jahr später, doch wieder H-FCKW-haltige Dämmplatten? Was war nun geschehen? Ein Sinneswandel bei HochTief? Ein Versehen?
Baustellen-Recherche

Ein Jahr nach unserer ersten Recherche auf der Baustelle am Friedrichs-Carré war das neue Hochhaus schon fast fertig. Und trotzdem schauten wir regelmäßig vorbei, um zu erkunden, was für Materialien verbaut wurden.

Der erneute Fund von ozon- und klimaschädlichen Dämmstoffen der Marke "Jackodur" zeigt, dass der Gedanke des Umweltschutzes im Baubereich noch nicht endgültig verstanden ist: Die Firma Gefinex-Jackon stellt bis heute keine klimafreundlichen Dämmplatten her, alle Produkt-Varianten sind mit F-FCKW oder H-FKW geschäumt. Andere Dämmstoff-Firmen bieten jedoch Produkte an, die klimafreundlich geschäumt sind.

Besonders hinweisen möchten wir hierbei auf geschäumtes Glas als umweltfreundlichen Dämmstoff (statt extrudiertem Polystyrol-Schaum). Baustellen-Recherchen vom Oktober 2000 zeigten, dass Schaumglas tatsächlich problemlos anwendbar ist: "Musikhochschule mit Schaumglas gedämmt" und "Telekom verbaut Schaumglas".

 

Baustellen-Schild
© von Herrmann


verbaute Dämmplatten
© von Herrmann

 

links: Die gesamte Seitenwand der Tiefgaragen-Zufahrt ist mit den lila Jackodur-Platten gedämmt.

rechts: Die Aufschrift "Jackodur 35-300 Standard" verrät, um welche Produkt-Variante es sich handelt: Diese Platten werden weiterhin mit umweltschädlichen H-FCKW geschäumt.

  Platten-Aufschrift
© von Herrmann
Ergebnis

Wir schrieben den Bauherren HochTief erneut an. Dieser hatte seinen ausführenden Baufirmen die Vorgabe "H-FCKW-frei" gegeben, aufgrund unserer Aktivitäten im Jahr 2000. Bei unserem neuesten Fund handelte es sich also um einen Vertragsbruch der ausführenden Firma.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Baufirmen sich nicht an die Vorgaben des Bauherren halten und heimlich umweltschädliche Dämmplatten mit verbauen wollen. Umso wichtiger ist es, dass Greenpeace regelmäßig die Firmen vor Ort kontrolliert und Machenschaften wie hier am Friedrichs-Carré aufdeckt.

Solche Recherchen kosten aber auch Geld: Im vorliegenden Fall mussten Fotos gemacht werden, um den Tatbestand festzuhalten und beweisen zu können. Dies können wir als ehrenamtliche Greenpeace-Mitarbeiter nur finanzieren, weil viele Menschen in Deutschland regelmäßig an Greenpeace Deutschland Geld spenden. Tragen auch Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass wir weiterhin vor Ort recherchieren können und die Verantwortlichen auf diese Weise zu umweltfreundlicherem Handeln bewegen können.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 13.07.2001