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Stuttgarter Nachrichten vom 29. August 2001 Der Stoff, aus dem die Greenpeace-Träume sindLob für städtischen Kindergarten in GaisburgSelten findet Greenpeace einen Grund zum Loben. Am Dienstag aber tat es die Stuttgarter Ortsgruppe ganz plakativ: Ihre Aktivisten entfalteten ein Banner an der Fassade des neuen Kindergartens in Gaisburg, der am 10.September eingeweiht wird. VON EVA MARIA SCHLOSSER "Weniger Umweltkiller am Bau. Weiter so, Stuttgart!" lautet das Lob, signiert mit dem Greenpeace-Schriftzug. Elf Mitglieder der Umweltschutzorganisation waren am Mittag an dem städtischen Bau zu Gange, neun von ihnen trugen die Ausrüstung der Aktivisten: weißer Overall und weißer Baustellenhelm. Die kümmerten sich um das Anbringen des Banners in luftiger Höhe. Das Besondere des Kindergartens mit der Adresse Am Klingenbach 34: Im Inneren verwendete der Bauherr als Bodenbelag das aus natürlichen Stoffen gewonnene Linoleum. Die Fensterrahmen sind aus Holz, anstatt aus dem sonst so beliebten Aluminum oder Kunststoff. Das Flachdach ist begrünt und die Fassade mit Holz verschalt, und auch der Dämmstoff ist FCKW-frei. Letzteres ist ein ganz besonderes Anliegen von Greenpeace. Freilich hätte man auch noch PVC-freie Elektroleitungen und Glasplatten statt geschäumter Kunststoffplatten nehmen können. Aber Greenpeace sieht das gelassen: "Es ist zwar kein ökologischer Musterbau", sagt Matthias von Herrmann, "aber es ist ein Anfang." Herrmann ist Leiter des Projektes "Clean Construction". Die Projektgruppe arbeitet seit vier Jahren am Thema "Umweltschutz am Bau". Die Mitglieder recherchieren auf Baustellen und sind umweltfeindlichen Baustoffen wie halogenierten Kohlenwasserstoffen (FCKW und FKW) und dem Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC) auf der Spur. Seit Sommer 2000 steht die Gruppe in Verbindung mit mit dem städtischen Umweltausschuss. Im November standen dann tatsächlich die Kürzel PVC, FCKW und FKW auf dessen Tagesordnung. Zwar hat man sich hier noch nicht gänzlich für den Verzicht auf diese Stoffe an städtischen Bauten entschieden, doch für die Umweltschützer ist das ein Grund mehr, den Kindergarten in Gaisburg zu würdigen.
Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 29.08.2001 |