Greenpeace lobt: Weniger Umweltkiller verbaut

Hintergrund
Die Stuttgarter Bauämter stehen seit 1997 mit uns in engem Kontakt. Sie bemühen sich, im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf den Massenkunststoff PVC und auf FCKW/FKW-geschäumte Dämmstoffe zu verzichten. Diese Bemühungen lobten wir mit einer Aktion an einem neu erbauten Kindergarten in Stuttgart-Gaisburg. Lesen Sie dazu auch unsere Presseerklärung. PVC verursacht bei der Produktion, der Anwendung und der Entsorgung Umwelt- und Gesundheitsschäden. FCKW und FKW schädigen in erheblichem Maße das Klima.
Aktion am Kindergarten

Auf dem Dach des zweigeschossigen Kindergartens befestigten Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart das 7x5m große Banner. Danach wurde es an der Fassade entrollt. Es trug die Aufschrift: "Weniger Umweltkiller am Bau - Weiter so, Stuttgart!"

Der gesamte Fußboden des Kindergartens ist mit Linoleum belegt. Lino ist eine ökologische und gesunde Alternative zu PVC-Bodenbelag. Außerdem sind hier statt PVC-Fenster Holzfenster bzw. teilweise Holz-Alu-Fenster eingebaut. Auch dies ist ökologisch sehr gut.

 

Banner wird vom Dach aus entrollt
© U. Trucksäß


Gesamtansicht
© U. Trucksäß

 

Dieser Neubau ist ökologisch wegweisend, wenn er auch kein Öko-Musterbau ist.

Unser Pressesprecher informierte die anwesende Presse über die Hintergründe der Aktion (siehe auch Presse-Echo weiter unten).

  Infos für die Presse
© U. Trucksäß

Material für Verspannung
© U. Trucksäß

 

Die Fassade ist hinter der Douglasie-Holzverschalung mit Mineralwolle gedämmt. Damit vermied das Hochbauamt extrudierte Polystyrol-Dämmplatten (XPS), die aus Erdöl hergestellt werden und chronisch gesundheitsschädliche Flammschutzmittel enthalten.

Ein Teil der Rohre ist aus Gusseisen statt aus PVC. Dies ist ökologisch sinnvoll, weil Gusseisen zu 80-90% recycelt werden kann. PVC jedoch kann quasi nicht recycelt werden, da es zu viele Zusatzstoffe enthält, die das Recyclat unbrauchbar machen.

Der Energieverbrauch liegt 30% unter dem Niedrigenergie-Standard, also bei ca. 50 kWh/m²a. Dies ist sehr schön und, wie man sieht, problemlos erreichbar.

  ...und fertig
© U. Trucksäß
Ergebnis

Doch bei allem Lob gibt es auch Bereiche, die noch verbessert werden können: Die Kabel sind aus PVC statt aus Polyolefinen (PE/PP). Lesen Sie im Bericht "PVC-freie Kabel", warum nicht PVC-Kabel verwendet werden sollten.

Die Abwasserrohre sind ebenfalls aus PVC. Auch hier gibt es gute Alternativen, wie wir in den Berichten "PVC-freie Rohre (PP/PE)" und "PVC-freie Rohre (Steinzeug)" darstellen.

Das Hochbauamt freute sich, auch einmal gelobt zu werden. Die Stuttgarter Nachrichten, die Stuttgarter Zeitung und die Cannstatter Zeitung berichteten jeweils über die Aktion.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 31.08.2001