PVC-Kabel in chirurgischer Klinik Bad Cannstatt verbaut
Hintergrund
Die Stadt Stuttgart erstellt im Stadtteil Bad Cannstatt einen Neubau der
Chirurgischen Klinik. Da es sich bei einer Klinik um ein Gebäude mit
vielen Menschen und hohen Werten (Geräte) handelt, haben wir vor Ort
recherchiert, ob der Kunststoff PVC zum Einsatz kommt. Im Brandfall entstehen
bei verbrennendem PVC dichter Qualm, korrosiver Chlorwasserstoff und krebserregende
Dioxine und Furane.
 |
| Baustellen-Recherche |
|
Das Baustellenschild gibt das "Referat Wirtschaft und Krankenhäuser"
der Stadt Stuttgart als Bauherren aus, laut Presse liegt die Projektleitung
beim Stuttgarter Hochbauamt. Das Bauvolumen beträgt 115 Mio.
DM, es entsteht eine Kapazität von 130 Betten.
|
|
 
© von Herrmann
|
|
 
© von Herrmann
|
|
Diese leere Kabelrollen vor dem Neubau wiesen bereits von außen
darauf hin, dass die Kabelinstallation im Gange war.
Daher schauten wir uns die Kabelrollen genauer an. Das Typenschild
bewies es: NYM-J = PVC-Kabel.
|
|
 
© von Herrmann |
|
 
© von Herrmann
|
|
An vielen Stellen wurden die Kabel an der Decke verlegt und werden
später wahrscheinlich durch eine abgehängte Decke verdeckt.
Die roten Kabel sind Brandmelde-Kabel, die orangefarbenen Kabel
sind PVC-freie Kabel, die wahrscheinlich für die Notbeleuchtung
verwendet werden. Es macht jedoch keinen Sinn, PVC-freie und PVC-haltige
Kabel nebeneinander zu verlegen. Im Brandfall erwachsen aus den
wenigen chlorfreien Kabeln keine Vorteile. Die Konsequenz muss heißen:
Alle Kabel PVC-frei!
|
|
 
© von Herrmann |
|
 
© von Herrmann
|
|
Einige der verlegten Kabel waren nicht nur über die Kabelrolle,
die typische graue Farbe und die Biegeeigenschaften als PVC-Kabel
zu erkennen, sie trugen auch die Bezeichnung [N]YM[ST]-J, was ebenfalls
eine PVC-Kabelbezeichnung nach der VDE-Norm ist.
Auf dem Bild rechts wird noch einmal deutlich, welch enorme Mengen
an PVC-Kabeln in diesem Krankenhaus verlegt wurden.
|
|
 
© von Herrmann |
 |
| Ergebnis |
|
Insgesamt haben wir sehr große Mengen an bereits installierten
PVC-Kabeln gefunden. Wir gehen davon aus, dass ca. 90% der verwendeten
Kabel aus dem umweltschädlichen chlorchemischen Kunststoff
bestehen.
Umweltfreundliche Alternativen sind seit Jahren auf dem Markt erhältlich.
Die Verlegung der Notbeleuchtungskabel als PVC-freie Variante zeigt,
dass weder Verfügbartkeit noch Anwendbarkeit ein Problem darstellen.
Vielmehr ist der Wille der Stadt gefragt, in Zukunft bei allen Bautätigkeiten
auf die gesundheits- und umweltfreundlicheren PVC-freien Kabel umzusteigen.
|

Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
22.10.2000
|