Erfolg: Finanzamt Ludwigsburg ohne Umweltkiller gebaut
Hintergrund
In Ludwigsburg (10 km nördlich von Stuttgart) baute das Staatliche Hochbauamt
Ludwigsburg ein neues Bürogebäude für das dortige Finanzamt. Hierbei wurden
zum Zeitpunkt unserer Baustellen-Recherche bereits ozon- und klimaschädliche
H-FCKW-haltige Dämmstoffe der Marke "Isofoam" verbaut. Daraufhin schrieben
wir das Staatliche Hochbauamt Ludwigsburg an. Wir forderten den sofortigen
Ersatz der umweltschädlichen Dämmplatten.
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| Baustellen-Recherche |
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In Ludwigsburg baut das Staatliche Vermögens- und Hochbauamt
den ersten Teil eines großen dreiteiligen Gebäudes für
das dortige Finanzamt.
Die umweltschädlichen H-FCKW-haltigen Dämmplatten waren
also mit Steuermitteln gekauft worden!
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© von Herrmann
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© von Herrmann
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Hier sieht man, dass bereits gelbe extrudierte Polystyrol-Dämmplatten
zur Wärmedämmung an einer der Betonwände angebracht
sind.
Beim genaueren Hinsehen (rotes Oval links) entpuppten sich diese
als "Isofoam"-Platten der Firma Sirap Gema (siehe rechts,
gelber Aufdruck auf Platte). Sie sind mit den Klima- und Ozonkillern
H-FCKW R 22 und H-FCKW
R 142b aufgeschäumt.
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© von Herrmann |
 
© von Herrmann |
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Überall auf der Baustelle lagen Schnittreste der gelben "Isofoam"-Platten
herum, was uns deutlich zeigte, dass sie nicht nur als sogenannte
Perimeter-Dämmung von außen an den Beton genagelt wurden
(siehe oben). Sie wurden auch in die Betonwände eingearbeitet,
als sogenannte Kerndämmung.
Hier wird auch klar, dass bereits bei der Verarbeitung H-FCKW frei
wird. Es entweicht aus den Poren in den Dämmplatten, die beim
Zerschneiden aufgetrennt werden. Die Schnittreste wandern auf die
Bauschuttdeponie, wo über die nächsten Jahre hinweg die
klima- und ozonschädlichen Treibgase ausdünsten.
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| Auch diesen Stapel von acht Paketen (=2,4 m³) entdeckten
wir auf der Baustelle. Es handelte sich ebenfalls um "Isofoam"-Dämmplatten,
die nur noch nicht verbaut waren. Unser Anschreiben an das Staatliche
Hochbauamt Ludwigsburg bewirkte, dass wenigstens diese Platten nicht
mehr verbaut wurden, sondern sofort an der Hersteller zurückgeschickt
wurden. |
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© von Herrmann
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© von Herrmann |
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Auf dem Typenschild an den Paketen konnten wir die Zulassungsnummern
der Dämmplatten (PA III 2.2637, Z-23.5-104.1) feststellen,
um so Gewissheit über die verwendeten Treibgase zu bekommen.
H-FCKW haben ein ca. 4.000fach höheres Treibhauspotential
als CO2. Die hier gelagerte Menge von 2,4
m³ entspricht dem CO2-Ausstoss von 160.000
gefahrenen Autokilometern mit einem durchschnittlichen Pkw; das
ist viermal um die Erde!
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| Ergebnis |
| Nur wenige Tage später erhielten wir vom Staatlichen
Hochbauamt Ludwigsburg in einem Schreiben die Information, dass die
noch nicht verbauten H-FCKW-haltigen Dämmplatten an den Hersteller
zurückgeschickt wurden. Statt dessen wurden umweltfreundlichere Materialien
eingesetzt. Ein toller Erfolg für die Umwelt. |

Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
30.07.2000
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