Stuttgarter Zeitung vom 15. Mai 1999

Falsche Platten im Alten Schloß

Hochbauamt: Ein Irrtum

Stuttgarter Greenpeace-Aktivisten haben auf der Baustelle im Alten Schloß umweltschädliche Dämmplatten entdeckt. Das Staatliche Hochbauamt Stuttgart will bereits verbaute Platten wieder entfernen lassen.

Nach Angaben des Stuttgarter Greenpeace-Sprechers, Matthias von Herrmann, verstößt der Einsatz der Dämmplatten gegen eine Weisung des Finanzministeriums. Diese verpflichte die Landesbehörden, auf Dämmstoffe die teilhologenierte Kohlenwasserstoffe (H-FCKW) enthielten, wegen der Gefahr für die Ozonschicht zu verzichten. "Leider hat sich das Land nicht an seine eigenen Vorgaben gehalten", so von Herrmann. Die am Alten Schloß entdeckten 31 Plattenpakete enthielten 30 Kilogramm H-FCKW, die für die Ozonschicht weitaus gefährlicher als der Klimakiller Kohlendioxid seien.

"Da ist etwas falsch gelaufen", erklärte Helga Bernhard, Leiterin des Staatlichen Hochbauamts Stuttgart. Vorgesehen seien H-FCKW-freie Platten gewesen. Die mit den Bauarbeiten beauftragte Firma habe das falsche Material bestellt und den Irrtum inzwischen eingeräumt. "Wir möchten, daß die bereits eingebauten Platten durch umweltgerechte Dämmstoffe ersetzt werden", so Bernhard. Wahrscheinlich müßten deswegen etwa 150 Quadratmeter Deckenverkleidung wieder entfernt und entsorgt werden. Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Landesregierung: Die Grünen im Landtag wollen wissen, ob H-FCKW-haltige Baustoffe auch bei anderen Bauvorhaben des Landes verwendet worden sind. wos


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