Stadtbahnhaltestelle mit Klima- und Ozonkillern gebaut

Hintergrund
Das Stuttgarter Tiefbauamt verwendete zum Zeitpunkt dieser Recherche im April 1999 noch immer H-FCKW-geschäumte Dämmplatten, wie wir bei Recherchen an der neuen Haltestelle "Silberwald" (Stadtbahn U7) herausfanden. Damit hält sich das Amt nicht an die Vereinbarungen mit der Weltgemeinschaft, die die Stadt 1995 beim Beitritt zum Klimabündnis akzeptiert hat: Neben der Reduzierung von CO2 auch ein Verzicht auf Fluor-Chlor-Kohelnwasserstoffe (FCKW), die ebenfalls starke Treibhausgase sind.
Baustellen-Recherche
Einige Fugen der Seitenwände der neuen Haltestelle Silberwald wurden mit H-FCKW-haltigen Dämmplatten ausgebessert. Die Platte, die auf der Arbeitsbühne liegt (unterer roter Kringel), haben wir uns mal näher angesehen...  

Gesamtansicht
© von Herrmann


Dämmplatte mit Aufschrift
© von Herrmann
 

...denn die Zulassungsnummer PA-III 2.2153 sowie der Markenname "Jackodur" sind deutlich darauf lesbar. Dies macht die Identifizierung als Umweltkiller einfach. Laut Deutschem Institut für Bautechnik in Berlin sind die Dämmplatten der Firma Gefinex-Jackon mit dieser Zulassungsnummer mit H-FCKW R 22 und H-FCKW R 142b geschäumt.


Auch solche kleinen Schächte in der Mauer der Haltestelle wurden mit "Jackodur"-Platten ausgekleidet.

Dieser Vorfall zeigt, daß immer noch H-FCKW-haltige Dämmplatten gedankenlos eingesetzt werden, obwohl die Stadt Stuttgart Mitglied im Klimabündnis ist. Dieses weltweite Bündnis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Atmosphäre und das Klima zu schützen. Voll- und teilhalogenierte FCKW stehen dabei auf der Liste der Stoffe, die vermieden werden sollen.

 

verbaute Dämmplatten
© von Herrmann



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 27.09.2001