Cannstatter Zeitung vom 11. März 1998

Gefährliche Dämmplatten ausgetauscht

Bad Cannstatt (ede) - "Wir werten dies als großen Erfolg." Matthias von Herrmann, Sprecher von Greenpeace Stuttgart, ist zufrieden. Das beim Bau des Kunstturn-Leistungszentrum entdeckte FCKW-haltige Dämmaterial wird an den Hersteller beziehungsweise Großhändler zurückgeschickt. Dies wurde dem Greenpeace-Sprecher von der Bauleitung des ausführenden Architekturbüros Herrmann & Bosch versichert. "Vermutlich hat der Bauherr, der Schwäbische Turnerbund, interveniert."

Auf dem Gelände neben der Molly-Schauffele-Halle entsteht derzeit ein neues Kunstturn-Leistungszentrum. Im Dezember erfolgte der Spatenstich für das 13-Millionen-Mark-Projekt, im Sommer kommenden Jahres sollen die Athleten die neue Halle auf zwei Ebenen mit Anbindung an die Molly-Schauffele-Halle nutzen können.

Greenpeace entdeckte jedoch, daß beim Bau Dämmplatten zum Einsatz kamen, die umweltschädlichen Fluorkohlenwasserstoff enthalten. "Das bereits einbetonierte Material wird nicht mehr ausgetauscht", so von Herrmann, "aber die Restmenge von rund 40 Kubikmetern wird zurückgeschickt." Statt dessen kommt ein umweltfreundliches, alternatives Material zum Einsatz, wurde Greenpeace versichert. "Die Bauleitung zeigte sich sehr an alternativen Materialien interessiert."

Bereits auf der Baustelle des ehemaligen US-Hospitals hatten Greenpeace Stuttgart Anfang des Jahres FCKWhaltige Dämmplatten entdeckt und Alarm geschlagen. Auch damals wurden die Restpakete zurückgeschickt.


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