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Presseerklärung vom 6. März 1998 Ozonloch mit Steuergeldern finanziertErneut FCKW aus deutscher Produktion auf Stuttgarter Baustelle gefundenStuttgart, 6.3.1998 - Bei aktuellen Recherchen stießen Mitarbeiter der Greenpeace-Gruppe Stuttgart auf Baumaterialien mit dem berüchtigten Ozon- und Klimakiller FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoff). Bei den jetzt entdeckten Baumaterialien handelt es sich um sogenannte XPS-Dämmstoffe der Firma Gefinex-Jackon, die mit den teilhalogenierten FCKW "H-FCKW R 22" und "H-FCKW R 142b" aufgeschäumt wurden. Als Fundort nennt Greenpeace die Baustelle des Schwäbischen Turnerbundes am Fritz-Walter-Weg in Stuttgart Bad Cannstatt, wo mit Mitteln von Bund, Land und der Stadt Stuttgart der "Bundesstützpunkt und [das] Landesleistungszentrum Kunstturnen" errichtet werden. Bereits im Januar hatte Greenpeace Stuttgart auf Stuttgarter Baustellen H-FCKW-geschäumte Dämmplatten entdeckt. "Die Klimakiller-Dämmstoffe stammen auch hier aus deutscher Produktion. Die Tatsache, daß in Deutschland noch immer umweltschädliche FCKW-Dämmstoffe produziert und verbaut werden dürfen, ist ein Skandal. Es ist unverantwortlich, daß solche Bauprojekte zusätzlich auch noch mit öffentlichen Geldern gefördert werden", sagt Matthias von Herrmann von Greenpeace Stuttgart. Der erneute Fund von FCKW-geschäumten Dämmplatten in Stuttgart innerhalb von nur zwei Monaten zeigt, daß es sich bei der Verwendung dieser Umweltgifte um keinen Einzelfall handelt. Die Firma Gefinex-Jackon aus Steinhagen/NRW nutzt mit der Produktion von FCKW-geschäumten Dämmstoffen eine gravierende Lücke im deutschen Chemikaliengesetz. Darin wird "H-FCKW R 22" erst ab dem Jahr 2000 verboten. Vor allem aber enthält dieses Gesetz kein Verbot von "H-FCKW R 142b". Eine EU-Verordnung verbietet das genannte ozon- und klimaschädliche Treibgas erst ab dem Jahr 2015. Greenpeace fordert die Bundesumweltministerin Angela Merkel auf, diese Lücke im Chemikaliengesetz unverzüglich zu schließen, indem sowohl die Produktion wie auch die Anwendung von H-FCKW verboten werden. Die Dämmstoffproduzenten BASF und DOW-Chemical haben bereits vor Jahren auf Druck von Greenpeace den Ausstieg aus FCKW-geschäumten Dämmplatten erklärt. Sie schäumen inzwischen mit ungefährlichen Naturgasen. Matthias von Herrmann warnt: "Das Image der gesamten Dämmstoffbranche steht auf dem Spiel, wenn Firmen wie Gefinex-Jackon weiterhin diese Klima- und Ozonkiller einsetzen. Gleichwertige Alternativen sind seit geraumer Zeit auf dem Markt verfügbar. Es gibt demnach keinen Grund, FCKW-haltige Dämmstoffe weiterhin zu verbauen." Die Abnahme der Ozonschicht, auch über der nördlichen Halbkugel, nimmt immer gefährlichere Ausmaße an. Bereits 1997 verzeichneten NASA-Satelliten über dem Nordpol eine Zerstörung der Ozonschicht von bis zu 40 Prozent. Dies führt zu einer Erhöhung der schädlichen UV-Strahlung auf der Erdoberfläche. Eine Zunahme der UV-Strahlung kann beim Menschen Hautkrebs auslösen. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 31.07.2000 |