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Stuttgarter Nachrichten vom 7. März 1998 Leistungszentrum wird mit Ozonkiller FCKW gebautUmweltaktivisten finden belastete DämmplattenErneut haben Greenpeace-Mitarbeiter auf einer Stuttgarter Baustelle mit Fluørchlor-kohlenwasserstoffen (FCKW) geschäumte Dämmplatten entdeckt. Fundort ist das Ge-lände am Fritz-Walter-Weg in Bad Cann-statt~ wo der Schwäbische Turnerbund ein Leistungszentrum Kunstturnen errichtet. VON FRANK ROTHFUSS Bereits im Januar hat Greenpeace Dämmplatten mit dem als Ozonkiller verrufenen FCKW bei der Stichprobe eines Neubauprojekts der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) an der Brenzstraße gefunden. Die LEG hat damals flugs reagiert und die belasteten Baumaterialien durch FCKW-freie ersetzt. Nun sind die Umweltaktivisten erneut fündig geworden, beim - durch öffentliche Mittel unterstützten - Bau des Leistungszentrums werden ebenfalls mit FCKW geschäumte Platten verwendet. "Einiges Material ist schon verbaut, aber dieser ganze Haufen soll auch noch verarbeitet werden", sagt Matthias von Herrmann, Sprecher der Sektion Greenpeace Stuttgart, und deutet auf einen großen Stapel fliederfarbener Platten am Rande des Geländes am Gottlieb-Daimler-Stadion. Laut Greenpeace-Informationen werden die Dämmstoffe von der in Steinhagen an sässigen Firma Gefinex-Jackon produziert. Ein Verbot der von Gefinex-Jackon als Aufschäummittel genutzten teilhalogenierten H-FCKW 22 und H-FCKW 142b existiert nicht. Eine EU-Verordnung verbietet die Verwendung des ozon- und klimaschädigenden Treibgases erst vom Jahr 2015 an. "Andere Hersteller sind freiwillig umgestiegen und schäumen mit ungefährlichen Naturgasen", sagt von Herrmann. Zudem verfügt in Baden-Württemberg die Landtagsdrucksache 12/122 seit 1996, "bei Ausschreibungen darauf zu achten, daß auf die mit teilhalogenierten FCKW geschäumten Dämmstoffe zu verzichten ist", und verweist darauf, daß "am Markt auch H-FCKW-freie Dämmstoffe erhältlich sind". Deshalb kann von Herrmann auch nicht nachvollziehen, warum beim Bau des mit Mitteln von Stadt, Land und Bund geförderten Leistungszentrums die Platten von Gefinex-Jackon verarbeitet werden. Greenpeace will nun den STB auffordern, auf die klimaschädigenden Stoffe zu verzichten. Heiner Frölich, beim STB zuständig für Baumaßnahmen, verweist auf die am Dienstag stattfindende Bauausschußsitzung. "Vorher kann ich wenig dazu sagen, aber bei uns werden nur zulässige Baustoffe verwendet." Wenn es aber möglich sei, werde man entsprechende Maßnahmen einleiten. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 13.08.2000 |