PVC- und H-FCKW-Funde beim Stuttgarter Tiefbauamt
Hintergrund
Wir haben erneut auf Baustellen des Stuttgarter Tiefbauamtes recherchiert.
Dabei entdeckten wir, dass das Amt beim Neubau des Stadtbahntunnels durch
Sillenbuch weiterhin teilweise auf den umweltfeindlichen Kunststoff PVC
setzt. Auch die uns inzwischen wohlbekannten klima- und ozonschädlichen
lila Dämmplatten der Marke "Jackodur" fanden Anwendung. All dies bestätigt,
was wir bereits bei früherer Recherchen herausfanden.
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| Baustellen-Recherche: PVC |
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Beim Bau des neuen Stadtbahntunnels durch Sillenbuch verwendet
das Tiefbauamt teilweise Kabelkanalrohre aus Hart-PVC (= PVC-U).
Damit verstößt das Amt gegen den PVC-Vermeidungsbeschluss
von 1987.
Es ist uns unbegreiflich, warum weiterhin dieser umweltschädliche
Kunststoff verwendet wird, der bei der Herstellung, der Anwendung
und der Entsorgung große Umweltprobleme bereitet. Auf dem
Markt gibt es genügend Anbieter exakt solcher Rohre, die aus
umweltfreundlicherem Polyethylen (PE-HD) gefertigt werden.
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© von Herrmann
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| Baustellen-Recherche: H-FCKW |
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Bereits von Ferne waren die lila eingefärbten Dämmplatten
der Firma Gefinex-Jackon gut sichtbar. Sie enthalten H-FCKW
R 22 und H-FCKW R 142b. Diese Treibgase
diffundieren mit der Zeit aus den Kunststoffplatten aus und schädigen
das Klima und die Ozonschicht.
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© von Herrmann
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© von Herrmann |
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Die Aufschrift auf den Platten beweist erneut: "Jackodur"
von Gefinex-Jackon mit der Zulassungsnummer PA-III 2.2153. Diese
Zulassungsnummer führte uns zur "bauaufsichtlichen Zulassung"
durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin.
Darin werden die teilhalogenierten klima- und ozonschädlichen
Treibgase explizit genannt.
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| Hinter einer Bauhütte fanden wir Schnittreste von
weiteren, jedoch dünneren Jackodur-Dämmplatten. Dies beweist,
daß das Tiefbauamt an mehreren Stellen die umweltschädlichen
Dämmplatten in verschiedenen Ausführungen verbauen lässt,
daß es sich also nicht um einen Einzelfall handelt. |
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© von Herrmann
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© von Herrmann |
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Nicht nur H-FCKW-haltige Dämmplatten werden weiterhin verbaut,
auch Abwasserrohre aus PVC finden noch immer Anwendung. Das rot
eingekreiste Rohr ist fest einbetoniert, hierbei handelt es sich
folglich nicht um ein Provisorium. Demnach sind zumindest die Steigleitungen
aus PVC, eventuell sogar die gesamte Drainage.
Anstatt aus PVC hätte das Tiefbauamt ohne Probleme auch Rohre
aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) verwenden können.
Stattdessen setzt das Amt weiterhin auf PVC, das bei der Produktion,
der Anwendung und der Entsorgung große Umweltprobleme bereitet.
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Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
16.10.2000
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