In dieser Chronik stellen wir Ihnen die Ereignisse dar, die sich zwischen
Mai 2000 und Dezember 2001 im Umweltausschuss des Stuttgarter Gemeinderates
abspielten. Greenpeace ist erfreut, dass die Bauämter trotz dem Versagen
der Lokalpolitiker (bis heute kein PVC- und FCKW-Verzicht!) bei Ausschreibungen
für öffentliche Baumaßnahmen mehr und mehr auf Umweltschutz
am Bau achten.
| 17.05.2000 |
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart wird vom Umweltamt
der Stadt Stuttgarter zum "Beirat für Umweltschutz und zukünftige
Entwicklung" des Gemeinderates eingeladen. Hier berichtet Greenpeace
den Gemeinderäten und sachkundigen Bürgern über das
Projekt "Clean Construction – Bauen für die Zukunft" |
| Juli bis November 2000 |
Alle Fraktionen des Umwelt- und Technikausschusses
(Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP, Freie Wähler, SPD)
führen mit Greenpeace Gespräche über Vermeidungsmöglichkeiten
von FCKW/FKW und PVC im Baubereich. |
| 21.11.2000 |
FDP und Freie Wähler bringen aufgrund von Greenpeace-Recherchen
zwei Anträge in den Umweltausschuss ein: Die Bauämter sollen
über bereits verbaute PVC- und FCKW/FKW-haltige Baustoffe berichten
sowie über die Möglichkeit, diese in Zukunft zu vermeiden.
Einige Gemeinderäte melden weiteren Klärungsbedarf an. Diese
weitere Klärung wird auf Januar 2001 verschoben. |
| Januar 2001 |
Greenpeace-Recherchen ergeben, dass das Technische
Referat den Punkt "Vermeidung von FCKW/FKW und PVC" fälschlicherweise
als geklärt betrachtet. Er ist nicht als Tagesordnungspunkt in
einer der Umweltausschuss-Sitzungen im Januar geplant, obwohl dies
im November 2000 noch angekündigt worden war. Die Fraktionen
erfahren erst durch Greenpeace von diesem "Missgeschick". |
| Februar 2001 |
Die SPD stellt einen weiteren Antrag, der die noch
offenen Punkte ausführlich klären soll. Mit einer Beantwortung
des Antrags durch die Ämter und Eigenbetriebe der Stadt wird
Ende April gerechnet. |
| April 2001 |
Die Beantwortung des SPD-Antrags durch Ämter und
Eigenbetriebe ist nicht fertig, sie wird offiziell auf Ende Juni verschoben. |
| Juni 2001 |
Die Beantwortung des SPD-Antrags durch Ämter und
Eigenbetriebe ist noch immer nicht fertig, sie wird nun offiziell
auf Ende Juli verschoben und soll in der letzten Umweltausschuss-Sitzung
vor der Sommerpause (24.07.2001) eingebracht werden. |
| 11.07.2001 |
Das Technische Referat verschickt an alle Umweltausschuss-Mitglieder
die achtseitige ausführliche Beantwortung der SPD-Anfrage vom
Januar 2001. |
| 24.07.2001 |
SPD, FDP und Freie Wähler bringen gemeinsam einen
zweiseitigen Antrag in der Umweltausschuss-Sitzung ein, der den Verzicht
auf FCKW/FKW und PVC bei städtischen Ausschreibungen sowie
bei Eigenbetrieben und Tochterunternehmen vorsieht. Die CDU sieht
sich nicht in der Lage, den Antrag durchzulesen und darüber sofort
abzustimmen. Alle anderen Fraktionen sprechen sich für eine sofortige
Abstimmung aus. Die endgültige Abstimmung für mehr Umweltschutz
am Bau wird von Baubürgermeister Hahn auf die erste Sitzung nach
der Sommerpause im September vertagt. Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart
führt daraufhin eine Protestaktion nach der
Umweltausschuss-Sitzung durch. Außerdem können Besucher
der Greenpeace-Homepage Protest-E-mails an die CDU wegen der erneuten
Verzögerung schicken. |
| 07.08.2001 |
CDU-Stadtrat Schmid schreibt an die Greenpeace-Gruppe
Stuttgart und teilt mit, dass die CDU gleich nach der Sommerpause
dem Verzichts-Antrag von SPD, FDP und Freien Wählern zustimmen
werde. Greenpeace begrüßt diese Aussage. |
| 29.08.2001 |
Per Presse teilt die CDU-Fraktion
mit, nun doch nicht für den PVC-Verzicht stimmen zu wollen. Sie
meldet weiteren Informationsbedarf sowohl durch die PVC-Industrie
als auch durch das Umweltbundesamt an. |
| 18.09.2001 |
In der ersten Umweltausschuss-Sitzung nach der Sommerpause
steht das Thema "Verzicht auf FCKW/FKW und PVC" nicht auf
der Tagesordnung, obwohl dies im Juli 2001 angekündigt worden
war. |
| 25.09.2001 |
Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Freie Wähler
und SPD stellen einen interfraktionellen
Antrag, der die Abstimmung über den Verzicht auf FCKW und
PVC beschleunigen soll. |
| 11.12.2001 |
Erneut ist das Thema "Verzicht auf FCKW und PVC" auf
der Tagesordnung des Umweltausschusses. Geladen sind Vertreter des
Umweltbundesamtes und des Instituts für Kunststoffprüfung
und Kunststoffkunde der Uni Stuttgart. Die Lokalpolitiker treffen
erneut keine Entscheidung und vertagen den Punkt auf Frühjahr
2002.
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| Fazit |
Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart beendet im Dezember
2001 die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, da sich trotz gegenteiliger
Bekundungen der Ausschuss-Mehrheit in der Sache nichts bewegt hat.
Bis heute werden der umweltschädliche Kunststoff PVC und die
Klima- und Ozonkiller H-FCKW/FKW/H-FKW auf Stuttgarter Baustellen
mit Steuergeldern verbaut. Die Bauämter sind weiterhin an mehr
Umweltschutz am Bau interessiert. Sie wollen gerne auf PVC und FCKW
verzichten, werden jedoch von den Lokalpolitikern aller Fraktionen
ausgebremst! |