Heilbronner Stimme vom 27.04.96:

Bundesweite Greenpeace-Aktion auch in Obrigheim
200 Schilder warnen vor der Atomenergie

"Harrisburg 1979, Tschernobyl 1986, Obrigheim ???" 200 Warnschilder mit dem Atomzeichen haben Greenpeace-Gruppen entlang der Bundesstraße 292 und der Privatstraße zum Atomkraftwerk Obrigheim am Samstag aufgestellt."

Auch in Deutschland sind atomare Katastrophen möglich", meinte der Greenpeace-Atomexperte Helmut Hirsch. Zur Erinnerung an den zehnten Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe und zum G7-Treffen in Moskau demonstrierten Mitglieder der Umweltschutzorganisation vor sieben deutschen Reaktoren: Biblis, Grohnde, Grundremmingen, Obrigheim, Philippsburg, Stade und Unterweser. Bei diesen Atommeilern gebe es schwerwiegende Sicherheitsprobleme. Obrigheim biete keinen Schutz gegen einen Flugzeugabsturz.

In Obrigheim leitete Tobias Ott von der Greenpeace-Gruppe Tübingen die Aktion. In weißen Overalls hämmerten 20 Aktivisten aus Tübingen, Eßlingen und Stuttgart ab 10.30 Uhr im Abstand von jeweils 25 Metern Warnschilder in die Erde. Helfer mit roten Warnwesten bremsten den Verkehr auf der Bundesstraße 292 ab. Der rot-weiße Schilderwald wuchs entlang der Bundesstraße und auf der KWO-Privatstraße.

Nach zwei Stunden übergaben die Demonstranten vor dem Werkstor dem technischen KWO-Geschäftsführer Ernst Pickel ein Schreiben. Darin warnte Greenpeace vor den Gefahren der Atomenergienutzung: "Tschernobyl ist überall." Der KWO-Geschäftsführer Pickel widersprach: "Tschernobyl ist nicht überall. Obrigheim ist sicher."

Greenpeace hatte die Aktion nach Angaben von Siegfried Uhl, erstem Hauptkommissar der Polizei in Mosbach, zuvor angemeldet. Dies sei aber unerlaubtes Plakatieren. Wenig später entfernte der KWO-Werkschutz die Schilder auf der Straße zum Kernkraftwerk. (kin)

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© Heidelind Andritsch, Heilbronner Stimme
Greenpeace demonstrierte auch vor dem Obrigheimer Kernkraftwerk und warnte vor Sicherheitsproblemen



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