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Presseerklärung vom 20. April 1996 Greenpeace-Demonstrationen an sieben deutschen Atomkraftwerken zum 10. Jahrestag der Tschernobyl-KatastropheHamburg, 20.4.1996: Anläßlich des 10. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe und des G7-Treffens in Moskau demonstrieren heute Greenpeace-Aktivisten vor sieben deutschen Atomkraftwerken gegen die Gefahren der Atomenergienutzung. An den Atomkraftwerken Biblis (Hessen), Grohnde (Niedersachsen), Gundremmingen (Bayern), Obrigheim (Baden-Württemberg), Philippsburg (Baden-Württemberg), Stade (Niedersachsen) und Unterweser (Niedersachsen) stellen Mitglieder von Greenpeace-Gruppen Warnschilder mit Radioaktivitätszeichen innerhalb der 5-Kilometer-Zone auf. Die Schilder sind beschriftet mit: "Harrisburg 1979", "Tschernobyl 1986" sowie dem Namen des jeweiligen AKW, hinter dem ein Fragezeichen steht (z.B. "Stade ?"). Auf einem mitgeführten Transparent mit der Aufschrift "Tschernobyl ist überall" ist eine 30-Kilometer-Todeszone um das jeweilige AKW markiert. Diese Zone entspricht dem Sperrgebiet um den Unglücksreaktor von Tschernobyl. Greenpeace-Atomexperte Helmut Hirsch: "Die vielen Veranstaltungen zum Jahrestag der Tschernobyl-Tragödie dürfen nicht dazu führen, daß im Anschluß daran das Thema vor Überdruß begraben wird. Auch in Deutschland sind atomare Katastrophen möglich, das sollen unsere Aktionen bei sieben Atomkraftwerken deutlich machen. Wenn wir den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergie nicht forcieren, dann ist der nächste Supergau nur eine Frage der Zeit." Auch an den sieben ausgewählten deutschen Atomstandorten gibt es Sicherheits-probleme. Zu den gefährlichsten Anlagen zählt beispielsweise das Atomkraftwerk Stade. Der Reaktordruckbehälter, der den hochradioaktiven Brennstoff einschließt, ist sehr stark versprödet. Es besteht die Gefahr des Berstens, was einen Super-GAU vor den Toren Hamburgs bedeuten würde. Der schlechte Zustand des Druckbehälters in Stade ist mit dem osteuropäischer Schrottreaktoren wie in Kosloduj (Bulgarien) vergleichbar. Trotz schwerer Lücken im Sicherheitsnachweis wird die Anlage aber weiterbetrieben. "Die Atomtechnik ist viel zu risikoreich und blockiert durch ihre enormen Kosten den Weg zu Alternativen - und zwar in Ost- und in Westeuropa. Die heute in Moskau tagenden Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten müssen ihren atomfreundlichen Kurs ändern und sich massiv für die Stillegung der osteuropäischen Schrottreaktoren sowie für alternative Energiekonzepte dort einsetzen", fordert Greenpeace-Experte Helmut Hirsch vor dem Atomkraftwerk Stade. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 02.10.2000 |