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Presseerklärung vom 12. März 1998 Stoppen Sie den CASTOR, Herr Schuster!Greenpeace demonstriert vor Stuttgarter Rathaus gegen AtomtransporteStuttgart, 12.3.1998, 11 Uhr - Greenpeace-Aktivisten fordern den Stuttgarter OB Dr. Wolfgang Schuster auf, endlich seinem Slogan "Umweltschutz ist Chefsache" nachzukommen. Er soll sich im Gemeinderat für einen Beschluß gegen Atomtransporte durch das Stadtgebiet einsetzen. Hierzu zeigt ihm Greenpeace, unterstützt durch Stuttgarter Bürger, per Unterschriftensammlung seit vier Wochen die gelbe Karte. Da Greenpeace bisher noch keine Reaktion von Herrn Dr. Schuster vorliegen hat, verschaffen sich die Aktivisten vor dem Stuttgarter Rathaus lautstark Gehör: Sie trommeln auf gelb-schwarzen Atomfässern und spannen ein Transparent auf mit der Aufschrift: OB Schuster: "Umweltschutz ist Chefsache" - deshalb: Stoppen Sie den CASTOR! "CASTOR-Transporte stellen eine erhebliche Gefährdung der Bevölkerung dar, weil sie durch dichtbesiedeltes Gebiet geführt werden und die Transportbehälter nur unzureichend getestet sind. Vor allem aber sind diese Transporte sinnlos, da in den deutschen Atomkraftwerken Lagerkapazitäten für Jahre bestehen", sagt Fritz Mielert von Greenpeace Stuttgart. Greenpeace Stuttgart forderte in den letzten Wochen die Bürger auf, wegen der Ende März bevorstehenden CASTOR-Transporte, Herrn Dr. Schuster die gelbe Karte zu zeigen. Dabei kamen an drei Tagen bei Infoständen auf der Königstraße über 2500 Unterschriften zusammen. Seit nunmehr vier Wochen erhält der OB täglich rund 80 solcher unterschriebener gelber Karten. Bis zum heutigen Tag liegt, trotz dieser regelmäßigen Erinnerungen, keine Reaktion von Herrn Dr. Schuster vor. Andere Städte, wie z.B. Münster/Westf. oder Frankfurt a. M., die ebenfalls von Transporten betroffen sind, haben bereits Gemeinderatsbeschlüsse gegen Atomtransporte durch ihr Gebiet. Die Stuttgarter Stadtteile Obertürkheim, Untertürkheim, Bad Cannstatt, Münster und Zazenhausen liegen direkt an der Transportroute für CASTOR-Behälter aus dem AKW Gundremmingen bei Ulm. Für atomare Abfälle gibt es weltweit nach wie vor keine Entsorgungsmöglichkeiten. Die bisherige Taktik der Atomindustrie, die abgebrannten Brennelemente an Orten wie Ahaus oder Gorleben zwischenzulagern, bedeutet lediglich eine Verschiebung des Problems in die Zukunft. Die sogenannte Wiederaufarbeitung führt zu einer Verzwanzigfachung der Atommüllmenge. Daher stellt auch die Wiederaufarbeitung keine Lösung des Atommüllproblems dar. Greenpeace fordert einen sofortigen Stopp aller Atomtransporte. Atommüll muß auf dem Gelände der AKWs verbleiben, bis deren Lagerkapazität erschöpft ist. Danach wird das Kraftwerk abgeschaltet. Während der Übergangszeit bis zum Abschalten müssen Kraft-Wärme-Kopplung, Energiesparmaßnahmen und alternative Energien konsequent ausgebaut werden. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 05.08.2000 |