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Presseerklärung vom 5. Juni 1999 Greenpeace fordert: "Stromwechsel" jetzt!Gruppe Stuttgart ruft am "Tag der Umwelt" zum Bezug von "sauberem" Strom aufStuttgart, 5.6.1999 - Anläßlich des "Tags der Umwelt" informiert die Greenpeace-Gruppe Stuttgart am heutigen Samstag ab 10 Uhr auf dem Schloßplatz alle Bürgerinnen und Bürger über die "Aktion Strom-wechsel". Ziel dieser Verbraucheraktion ist es, den Bezug von "sauberem", umweltfreundlich erzeugtem Strom rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr für alle Stromkunden möglich zu machen. Die Aktivisten sind mit einem weithin sichtbaren Banner vor Ort und verteilen Postkarten an die Passanten, auf denen diese ihr Interesse an "sauberem" Strom Greenpeace gegenüber erklären können. Um den Bürgern die Möglichkeit zur näheren Information zu geben, stellen die Stuttgarter Umweltschützer Informationsplakate in Form einer Ausstellung auf dem Schloßplatz auf. Als "sauberen" Strom bezeichnet Greenpeace Strom, der klimafreundlich und ohne Atomkraft erzeugt wird. Mit der "Aktion Stromwechsel" nutzt Greenpeace die Chancen, die sich aus der Ende April 1998 erfolgten Liberalisierung des Strommarktes ergeben: Seit der Wettbewerb auf dem Energiemarkt freigegeben ist, kann jeder Stromkunde seinen Stromversorger frei wählen. "Greenpeace fordert alle Verbraucher auf, den Atomstromkonzernen den Rücken zu kehren und sich für sauber erzeugten Strom zu entscheiden", sagt Matthias von Herrmann, Sprecher der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. In einem ersten Schritt sammelt Greenpeace Absichtserklärungen der Verbraucher, die "sauberen" Strom beziehen wollen. Dazu bekommen alle Stromkunden, die mitmachen möchten, von Greenpeace eine Postkarte, auf der sie der Umweltschutzorganisation gegenüber erklären, daß sie "sauberen" Strom erhalten und zu einem "grünen" Stromversorger wechseln wollen. Dieser Stromversorger muß die Vollversorgung der Kunden mit klimafreundlichem Strom ohne Atomkraft garantieren. Zugleich wird Greenpeace Druck auf Politiker und Energieversorger ausüben, damit die derzeitige Benachteiligung "grüner" Stromanbieter beseitigt wird. Greenpeace hat auch ein Service-Telefon eingerichtet (040-30618-120), über das weitere Mitmach-Postkarten und auch ausführliche Hinter-grundinformationen angefordert werden können. Trotz der Öffnung des Strommarktes können die Verbraucher zur Zeit noch keinen ökologisch "sauberen" Strom zu einem fairen Preis beziehen. "Saubere" Stromproduzenten müssen deutlich mehr für die Durchleitung ihres Stromes bezahlen als die Energiekonzerne, denen die Netze gehören. So kostet etwa die Durchleitung einer Kilowattstunde über eine Entfernung von 300 Kilometer für Windstrom rund 13 Pfennig und für Solarstrom sogar 16 Pfennig. Die Durchleitung von Atom- oder Kohlestrom dagegen kostet für dieselbe Dienstleistung weniger als sechs Pfennig. Der zweite Schritt: Die Greenpeace-Zentrale in Hamburg wird selbst ab dem 1.7.1999 zu einem "grünen" Stromversorger wechseln. Außerdem soll dieser Wechsel den bisher bundesweit über 60.000 Mitmachern der "Aktion Stromwechsel" ab dem 1.1.2000 ebenfalls ermöglicht werden. "Das geht aber nur, wenn sauberer Strom preisgünstig und einfach durch die Netze der früheren Strom-Monopolisten zum Verbraucher kommen kann", sagt Matthias von Herrmann. Greenpeace hat ein Konzept erarbeitet, das beweist: Durch einen Mix aus 50 % regenerativer Erzeugung (Wind, Biomasse, Wasser und Sonne) und 50 % effizienter Stromerzeugung in Kraft-Wärme-gekoppelten Erdgas-Anlagen ist eine Vollversorgung möglich, bei der die klimaschädlichen Emissionen um zwei Drittel reduziert und der Bezug von Atomstrom vollständig eingestellt werden. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 09.08.2000 |