Offener Brief an OB Schuster: Woher kommt der Strom in Stuttgart?

Herrn
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster
Rathaus
Marktplatz 1
70173 Stuttgart

Woher kommt der Strom in Stuttgart?

Sehr geehrter Herr Dr. Schuster,

auf die Frage "Woher kommt der Strom?" geben die meisten Stromversorger heute keine klare Antwort mehr. Ein steigender Anteil des beschafften Stroms der meisten Energieversorgungsunternehmen stammt nicht mehr aus den eigenen Anlagen, sondern wird extern eingekauft. Der nicht selbst produzierte Strom wird als "Fremdstrom" deklariert. Ob der Strom aus Kohle, Atomenergie oder erneuerbaren Energien erzeugt wurde, ist so nicht mehr nachvollziehbar. Dadurch wird die Herkunft des Stroms verschleiert. Die Verbraucher bekommen immer weniger Informationen darüber, wie umweltfreundlich oder umweltschädlich ihr Strom erzeugt wird.

Um für alle Einwohner ein klares Bild über die Stromversorgung in Stuttgart zu schaffen, wenden wir uns mit den folgenden Fragen an Sie:

Welcher Stromhändler versorgt die kommunalen Einrichtungen (Behörden, Krankenhäuser, Kindergärten usw.) der Stadt Stuttgart mit Strom?
Woraus besteht der Strommix des Unternehmens, wie hoch sind die Anteile von Atomkraft, Öl, Gas, Kohle und erneuerbaren Energien?
Gibt es einen Anteil Strom unbekannter Herkunft? Wer liefert diesen Strom?

Herr Oberbürgermeister, bitte setzen Sie sich beim Stromversorger der Stadt Stuttgart dafür ein, dass die Herkunft des Stroms klar und vollständig offengelegt wird. Wenn die Stadt Stuttgart als Kunde Strom unbekannter Herkunft akzeptiert, riskiert sie, dass auch schmutziger Strom, z.B. aus französischen Atomkraftwerken oder aus dem Krisenreaktor im tschechischen Temelin nach Stuttgart geliefert wird.

Bitte helfen Sie mit, den Verkauf von schmutzigem Strom aus unsicheren Atomkraftwerken zu verhindern. Unterstützen Sie den Einstieg in eine nachhaltige, klimaschonende und atomstromfreie Energieversorgung. Setzen Sie sich für die Versorgung aller kommunalen Einrichtungen mit sauberem Strom ein.


Mit freundlichen Grüßen

Julian Mattheis,
Greenpeace-Gruppe Stuttgart

Lesen Sie dazu auch unsere Presseerklärung.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 26.05.2002