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Presseerklärung vom 24. Mai 2002 Offener Brief an OB Schuster: Woher kommt der Strom?Greenpeace-Gruppe Stuttgart fordert Klarheit bei der StromkennzeichnungStuttgart, 24.05.2002 - Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Stuttgart stellen am Samstag, 25.05.2002 mit große Fragezeichen auf der Königstraße die Frage "Woher kommt der Strom in Stuttgart?" Greenpeace fordert damit den Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster in einem offenen Brief auf, zwei Fragen zu beantworten: "Woher kommt der Strom für die öffentlichen Gebäuden?" und "Was tut die Stadt für den Einstieg in eine umweltfreundliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien?". Gleichzeitig sammelt Greenpeace Unterschriften von Bürgern, die diese Auskunftspflicht der Energieversorger auch von Bundeskanzler Gerhard Schröder und von Wirtschaftsminister Werner Müller einfordern. Greenpeace setzt sich damit für eine gesetzliche Pflicht zur Stromkennzeichnung ein. Die Aktion findet am Samstag, 25.05.2002 auf der Königstraße/Ecke Bolzstraße, 10-14 Uhr statt. "Nur wenn der Verbraucher weiß, ob sein Stromversorger "schmutzigen" Strom aus Schrottreaktoren bezieht, kann er mit dem Wechsel zu einem sauberen Stromversorger vermeiden, das tägliche Risiko einer atomaren Katastrophe auch noch mit Geld aus seiner Tasche zu finanzieren!", erklärt Julian Mattheis von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Wir fordern OB Schuster auf, offen zu legen, aus welchen Stromquellen die öffentlichen Gebäude versorgt werden. Die Steuergelder der Stuttgart Bürger sollten nicht für den Kauf von umweltschädlichem Strom aus Atomkraft oder Kohle verschwendet werden. Stuttgart muss in umweltfreundliche Energieversorgung investieren!", fordert Julian Mattheis. Durch die Liberalisierung des Strommarktes in ganz Europa werden immer größere Teile des Stromgeschäfts über Zwischenhändler und Strombörsen abgewickelt. Dadurch wird die Herkunft des Stroms verschleiert. Der Anteil von Strom unbekannter Herkunft im Markt steigt kontinuierlich. Schon jetzt geben die großen Stromkonzerne E.ON, RWE und EnBW für rund die Hälfte ihres verkauften Stromes nicht mehr die Energiequellen an. Daher fordert Greenpeace, dass künftig die Erzeugungsart des Stromes sowie die damit verbundenen Umweltauswirkungen (z.B. Klimakatastrophe, Verseuchung durch Atommüll) und das Herkunftsland offengelegt werden. Diese Informationen sollen allen Stromkunden regelmäßig und in einer klaren und verständlichen Form zugänglich gemacht werden. Das Europäische Parlament hatte im März 2002 detaillierte Vorschläge für eine EU-weite Stromkennzeichnungspflicht gemacht: Die Stromversorger sollen den Kunden in Zukunft sowohl auf der Rechnung als auch im Werbematerial klare Angaben dazu machen, mit welchen Energieträgern der Strom produziert wurde. Ausschlaggebend, ob diese Regelung die EU-Gremien passiert, dürfte bis zum EU-Gipfel in Sevilla Mitte Juni die Haltung des deutschen Wirtschafts- und Energieministers Werner Müller sein. Der ehemalige E.ON-Manager Müller hält eine Kennzeichnung in der Praxis für technisch schwer umsetzbar. Dabei wird die Stromkennzeichnung in 21 Bundesstaaten der USA und seit einem Jahr auch in Österreich erfolgreich praktiziert. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 24.05.2002 |