Presseerklärung vom 26. April 2006

20 Jahre Tschernobyl -
Greenpeace-Gruppe Stuttgart gedenkt der Opfer

Stuttgart, 26.04.2006 - Auf die Minute genau, also um 1.23 Uhr, gedenkt die Greenpeace-Gruppe Stuttgart der Opfer des Super-GAUs in Tschernobyl, der sich vor 20 Jahren, am 26.04.1986 ereignete. Hierzu wird am Schlossplatz ein Die-in mit 20 Fackeln inszeniert, die für 20 Jahre Verstrahlung brennen.
Die Mahnwache ist zum einen den Toten gewidmet, die durch den Unfall ums Leben kamen. „Wir dürfen aber die Menschen, die aufgrund radioaktiver Verstrahlung an Krebs und anderen Krankheiten leiden, nicht vergessen! Und auch in Zukunft werden noch viele Kinder mit Behinderung auf die Welt kommen, da ihre Eltern durch die Radioaktivität vererbbare Schäden erleiden mussten. Es ist höchste Zeit, nun die Atomkraft zu Grabe zu tragen", betont Nikolai Gajewski von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart.
Würde sich in Neckarwestheim ein Super-Gau wie in Tschernobyl ereignen, läge Stuttgart noch in der Sperrzone, die für Jahrzehnte nicht bewohnt werden darf. Zudem wäre auch außerhalb der Sperrzone über Jahrzehnte mit unermesslichem menschlichem Leid und erheblichen wirtschaftlichen Schäden zu rechnen. Hierzu zwei Beispiele: Manche Kinder aus dem Katastrophengebiet jenseits der Sperrzone strahlen mit 1.000 Becquerel pro Kilogramm Körpergewicht. Ab 20 Becquerel pro Kilo wird die Gesundheit geschädigt! Das Fleisch von Tieren nahe der Sperrzone wiederum weist eine Strahlenbelastung von 30.000 Becquerel pro Kilo auf - der Grenzwert liegt bei 600 Becquerel pro Kilo.
Ebenso gravierende Risiken birgt der täglich anfallende Atommüll, der beim konventionellen Betrieb von Atomkraftwerken entsteht, da es bis heute keine sicheren Atomtransporte und Endlager gibt. „Dass trotz alldem weiterhin Atommüll produziert wird, finden wir unverantwortlich“, erklärt Nikolai Gajewski.
Damit Mensch und Natur im dicht besiedelten Deutschland nicht weiterhin dieser Gefahr ausgeliefert sind, fordert Greenpeace die Verantwortlichen auf, alle Atomkraftwerke so schnell wie technisch möglich abzuschalten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 05.05.2006