Stuttgarter Nachrichten vom 27. April 2006

Aktionen gegen Atomkraft

Gedenken an Tschernobyl

Von unserer Reporterin EVA FUNKE

Am 26. April vor 20 Jahren erschütterte der Reaktorunfall in Tschernobyl die Bevölkerung. Auf dem Schlossplatz und auf Spielplätzen erinnerten junge Leute mit unterschiedlichen Aktionen an die Katastrophe.

Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart legte ihr Gedenken an die Opfer von Tschernobyl auf 1.23 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Zwölf Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten liegen in weißen Strahlenschutzanzügen auf dem Boden, bilden die Form eines Kreuzes und halten brennende Kerzen in der Hand. Nur die Besatzung von zwei Polizeifahrzeugen nimmt in der menschenleeren Stadt Notiz von der Aktion.



Greenpeace-Aktivisten gedenken der Opfer von Tschernobyl
Foto: F. Kraufmann

Eine Mahnwache, die keiner zur Kenntnis nimmt? Auf die Frage, welchen Sinn das mache, sagt Nikolai Gajewski, Mitglied der Umweltorganisation: "Wir wollen im Stillen der Opfer gedenken - und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem Tschernobyl passiert ist." Der 27-Jährige erlebte die Katastrophe als Siebenjähriger, erinnert sich nur blass daran. Heute macht ihn und seine Mitstreiter die Nähe des Kernkraftwerks in Neckarwestheim betroffen. Durch einen Unfall dort würden unzählige Menschen in Leid gestürzt und Stuttgart für Jahrzehnte zur Sperrzone. Deshalb ihre Forderung: "Atomkraftwerke jetzt abschalten." (...)



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 05.05.2006