Greenpeace-Mahnwache zu 20 Jahre Tschernobyl

Hintergrund

Vor zwanzig Jahren, am 26. April 1986 um 1:23 Uhr, gab es in der damaligen Sowjetunion den bislang größten Unfall der zivilen Nutzung der Atomenergie. Im Atomkraftwerk von Tschernobyl in der Ukraine kam es in einem von vier Reaktoren zur Kernschmelze. Der Reaktor explodierte und Radioaktivität gelangte unkontrolliert ins Freie. Weite Teile Europas wurden durch radioaktiven Niederschlag verseucht.

Allein in der damaligen Sowjetrepublik Weißrussland, die heute ein unabhängiger Staat ist, gingen 70 Prozent der freigesetzten Radioaktivität nieder. Dort, aber auch in der Ukraine und in Russland, sind tausende Menschen gestorben, zahllose schwer erkrankt. Trotzdem versucht die internationale Atom-Industrie systematisch, die Katastrophe von Tschernobyl und das Gedenken an die Opfer zu verdrängen.

Mahnwache

Um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, haben wir in der Nacht vom 25. auf den 26. April 2006 um 1:23 Uhr eine Mahnwache auf dem Stuttgarter Schlossplatz gemacht. Zwölf Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart legten sich in weißen Overalls in Form eines Kreuzes auf den Boden und hielten brennende Kerzen in der Hand. Auf einem Banner forderten wir: "20 Jahre Warten sind genug - AKWs abschalten jetzt!"

Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.


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Mit der Aktion warnten wir gleichzeitig vor den Gefahren, die von jedem Atomreaktor auch in Deutschland ausgehen. Zahllose Pannen, zum Beispiel beim Atom-Dinosaurier des Strom-Konzerns EnBW in Neckarwestheim rund dreißig Kilometer nördlich von Stuttgart, zeigen, dass Tschernobyl überall sein kann.

Eine Vielzahl von ökologischen Strom-Anbietern beweist, dass eine zuverlässige Strom-Versorgung aus erneuerbaren Energiequellen schon heute möglich und bezahlbar ist. mehr...


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Die Atom-Lobby behauptet, Atomenergie sei wichtig für den Schutz des Klimas und für die Schaffung von Arbeitplätzen.

Greenpeace hat in Untersuchungen das Gegenteil bewiesen (Download siehe unten). So sind erneuerbare Energien und effiziente Energienutzung wesentlich umweltfreundlicher. Und bereits jetzt sind in der Branche der erneuerbaren Energien viermal so viele Menschen beschäftigt wie in der Atomwirtschaft.


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Ergebnis
Die Stuttgarter Nachrichten berichteten am 27.04.2006 über unsere Mahnwache auf dem Schlossplatz und über andere Aktionen zum Gedenken an die Atom-Katastrophe von Tschernobyl vor 20 Jahren.

Download
In unserem Flugblatt "Tschernobyl: Millionen Menschen leiden noch heute" (PDF-Datei, 166 kB) können sie lesen, welche Folgen die Atom-Katastrophe für die Menschen in den betroffenen Gebieten bis heute hat.
Die Greenpeace-Studie "Gesundheitsreport - 20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl" (PDF-Datei, 151 kB) erläutert, unter welchen Erkrankungen die Atom-Opfer leiden.
In unserer umfangreichen Hintergrund-Broschüre "Atomkraft - schweres Erbe für die Zukunft" (PDF-Datei, 1.440 kB) erläutern wir, welche Bedrohungen von Strahlenrisiko, Atommüllbergen und Reaktorunfällen für die Umwelt ausgehen und wie eine ökologische Energiewende aussehen kann.
Lesen Sie in unserem Infoblatt "Atomenergie: keine Rettung für das Klima" (PDF-Datei, 190 kB), weshalb Atomkraftwerke kein Ausweg für den Klimaschutz sind und warum nur eine grundlegende Wende in der Energiepolitik dem Treibhaus-Effekt wirksam entgegensteuern kann.
Die Studie "Chance Atomausstieg. Perspektiven für neue Arbeitsplätze an Atomstandorten" (PDF-Datei, 275 kB) zeigt, dass durch die Stilllegung von Atomkraftwerken unter dem Strich mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als verloren gehen.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 26.05.2006