Presseerklärung vom 7. November 2009

Greenpeace protestiert vor AKW Neckarwestheim

Aktivisten aus Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe und Sindelfingen demonstrieren mit Bannern gegen Laufzeitverlängerung für AKW

Stuttgart, 07.11.09 - Greenpeace-Aktivisten aus Stuttgart und drei anderen Städten in der Region protestieren heute vor Tor 1 des Atomkraftwerks Neckarwestheim gegen die Pläne des Energiekonzerns EnBW, die Laufzeit des Reaktors Neckarwestheim I zu verlängern. Mit mehreren großen Bannern mit der Aufschrift „Energie ist Verantwortung - Deshalb: Neckarwestheim abschalten!“ fordern die 15 Aktivisten die EnBW auf, den 33 Jahre alten Atommeiler sofort abzuschalten.

Wenn die EnBW mit dem Slogan „Energie ist Verantwortung“ wirbt, dann sollte der Energiekonzern seinen Worten auch Taten folgen lassen; sagt Maria Fischer von Greenpeace Stuttgart. Stattdessen will die EnBW eine Laufzeitverlängerung für seinen Uraltreaktor durchsetzen und damit weiter die Gefahr eines schwerwiegenden atomaren Unfalls in Kauf nehmen sowie weiter Atommüll produzieren, für den es weltweit noch kein sicheres Endlager gibt. Um die Entsorgung des hochradioaktiven Mülls soll sich dann der Steuerzahler kümmern. Der Konzern kann so weiterhin das Märchen vom billigen Atomstrom verbreiten.

Laut Atomkonsens sollte das Kraftwerk bereits Ende 2008 vom Netz gehen. Dies verzögert sich nun bis voraussichtlich Anfang 2010, da die Reststrommengen von der EnBW bewusst langsamer als ursprünglich geplant verbraucht wurden. Wenn es nach dem Willen der EnBW geht, soll Neckarwestheim I bis 2017 am Netz bleiben. Neckarwestheim I gehört neben dem Pannenreaktor Krümmel zu den sieben gefährlichsten Atomkraftwerken in Deutschland.

Greenpeace fordert von der EnBW die sofortige Abschaltung von Neckarwestheim I und den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergie sowie massive Investitionen in Erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen. Es ist ein Märchen, wenn die EnBW sagt, dass sie mit den Gewinnen aus der Laufzeitverlängerung die Erneuerbaren Energien vorantreiben wird, sagt Fischer. Wer Atomkraftwerke länger betreibt, blockiert die dringend notwendige Energiewende hin zu einer sauberen und sicheren Stromproduktion in Baden-Württemberg.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.11.2009