Presseerklärung vom 28. November 2009

Greenpeace protestiert vor AKW Neckarwestheim

Umweltschützer nutzen Kunsthandwerkermarkt, um Besucher zum Wechsel des Stromanbieters aufzufordern

Stuttgart, 28.11.2009 - Greenpeace-Aktivisten protestieren heute beim Kunsthandwerkermarkt am Atomkraftwerk (AKW) Neckarwestheim für die sofortige Abschaltung des ersten Blocks des AKW. Die Besucher des Kunsthandwerkermarkts bekommen symbolische Atomkraftwerke aus Schokolade überreicht und werden zum Wechsel des Stromanbieters aufgefordert. "Eine richtige Energiewende kann nur gegen den Widerstand der vier großen Energiekonzerne durchgesetzt werden", sagt Stephan Späth, Sprecher der beteiligten Greenpeace-Gruppen. "Die EnBW weigert sich, ihre alten Atomkraftwerke abzuschalten und investiert kaum in Erneuerbare Energien. Wenn die Energiekonzerne die Energiewende nicht einleiten, dann muss man den Strombezug kündigen."

Im Volllastbetrieb wäre das AKW Neckarwestheim I bereits im Juli 2009 vom Netz gegangen. Dies verzögert sich nun bis voraussichtlich Anfang 2010, da die Reststrommengen von der EnBW bewusst langsamer als ursprünglich geplant verbraucht wurden, um das Kraftwerk über die Bundestagswahl hinaus zu betreiben. Wenn es nach dem Willen der EnBW geht, soll Neckarwestheim I bis 2017 am Netz bleiben. Neckarwestheim I gehört zu den ältesten deutschen Atomkraftwerken und hat die zweitmeisten meldepflichtigen Ereignisse. Neckarwestheim I ist nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze oder Terroranschläge aus der Luft geschützt. Die Anlage ist nur für den Aufprall eines kleinen Starfighters ausgelegt, könnte aber einem Passagierflugzeug nicht standhalten.

Greenpeace fordert EnBW auf, den Kraftwerksblock sofort stillzulegen und massiv in den Ausbau der Erneuerbaren Energien und in die effizientere Nutzung von Energie zu investieren. Greenpeace hat in seinem Energiekonzept "Klimaschutz: Plan B - 2050" aufgezeigt, wie eine hundertprozentige Versorgung mit Erneuerbaren Energien im Jahr 2050 zu schaffen ist. "Der Atomausstieg muss in jedem Haushalt beginnen. Wir fordern alle EnBWKunden auf, zu einem unabhängigen Ökostromanbieter zu wechseln." so Späth abschließend.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.12.2009