Presseerklärung vom 17. Juni 2010

Greenpeace Stuttgart geht auf Endlagersuche

Aktivisten protestieren auf dem Schlossplatz gegen Atomkraft

Stuttgart, 17.06.2010 - Aktivisten von Greenpeace Stuttgart suchen am Samstag, 19. Juni, ein Endlager für Atommüll in der Stadt. Atomfässer vor sich her rollend und in Strahlenanzügen und mit Gasmasken bekleidet werden die rund 30 Aktivisten sich in Kleingruppen zum Schlossplatz bewegen. Dort baut die Greenpeace Jugend einen Atomfriedhof auf. Dieser besteht aus einem großen Banner, das ein AKW mit Grabsteinen davor zeigt, sowie einem Sarg mit „Leiche“, mehreren Grabsteinen, einem kleinen Atomkraftwerk und dem Tod mit Sense. Ab 12.30 Uhr informiert Greenpeace Stuttgart die Menschen auf dem Schlossplatz über die Probleme der Lagerung von Atommüll und erkundigt sich, ob sie ein Endlager für Atommüll in Baden-Württemberg unterstützen würden.

„Asse muss geräumt werden, und Gorleben ist als Endlager nicht haltbar. Deshalb sind wir jetzt auf der Suche nach einem Endlager in Stuttgart. Die Fässer mit radioaktivem Müll haben wir dabei und möchten sie so schnell wie möglich endlagern“, sagt Tahir Karaca von Greenpeace Stuttgart.

Mit der inszenierten Suchaktion protestieren die Aktivisten für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomkraft. Außerdem fordern sie die sofortige Abschaltung des AKW Neckarwestheim 1, welches am Ende der Restlaufzeit steht. Jedes Jahr entstehen in den deutschen Atomkraftwerken rund 400 Tonnen hochradioaktive abgebrannte Brennelemente, für die es weltweit kein Endlager gibt. Baden-Württemberg wurde als Endlager-Standort für hochradioaktiven Atommüll bereits in Erwägung gezogen.

Der Aktion vorangegangen war eine mehrwöchige Phase, in der die Gruppe über die Webseite www.stuttgart-strahlt.de das Thema Endlager in der Nähe von Stuttgart anheizte. Auf dieser Website befindet sich neben Hintergrundinformationen zur Atommüll-Endlagersuche in Baden-Württemberg eine Umfrage. Sechs Wochen lang konnten die Nutzer abstimmen, ob sie ein Atommüll-Endlager in der Nähe von Stuttgart befürworteten. 300 Leute nahmen daran teil. 67 Prozent stimmten mit „Nein“.



Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 12.07.2010