Studien belegen: Deutschland ist erneuerbar!

Hintergrund

Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat nach der Atomkatastrophe in Japan und den anschließenden Massenprotesten in Deutschland beschlossen, die von ihr selbst beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zurückzunehmen und bis 2022 alle Reaktoren stillzulegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte an, ein Konzept für die künftige Energieversorgung in Deutschland zu erarbeiten.
Greenpeace dagegen hatte schon im März 2007 einen solchen Plan unter dem Titel "Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis 2020" (Download siehe unten) vorgelegt. Im April 2011 legte Greenpeace noch einmal nach. Dann stellte die Umweltschutz-Organisation nämlich der Öffentlichkeit eine aktualisierte Studie zur Energiewende mit dem Titel "Der Plan: Deutschland ist erneuerbar" (PDF-Datei, 1.890 kB) vor.

Unterschriften-Sammlung

Greenpeace macht eine großangelegte Unterschriften-Sammlung für Bundeskanzlerin Angela Merkel, um der planlosen Regierung auf die Sprünge zu helfen. Wir fordern den endgültigen Atomausstieg bereits bis 2015 und wollen ein klimaschützendes und nachhaltiges Energiekonzept für Deutschland.

Unterstützen auch Sie eine Energiewende in Deutschland!
Das können Sie ganz einfach, indem Sie sich im Internet bei Greenpeace Deutschland in die Unterstützerliste eintragen.
Oder unterstützen Sie Greenpeace, indem Sie mit ihrem Profilbild ein Zeichen setzen und Ihre Freunde zur Mitmachaktion einladen bei Facebook .
Sie können aber auch selbst Unterschriften für eine Energiewende in Deutschland sammeln. Alle notwendigen Angaben finden Sie auf unserer Unterschriftenliste "Deutschland ist erneuerbar" (PDF-Datei, 177 kB), die Sie sich ausdrucken können.

Lesen Sie auch die Presseerklärung von Greenpeace Deutschland und das Infoblatt "Der Atomausstieg bis 2015 ist machbar" (PDF-Datei, 461 kB).


© Greenpeace

Studien zur Energiewende

Greenpeace Stuttgart hat im April 2011 in der baden-württembergischen Staatskanzlei die neue Studie "Der Plan: Deutschland ist erneuerbar" (PDF-Datei, 1.890 kB) übergeben. Darin weist Greenpeace nach, dass alle 17 deutschen Atomkraftwerke bis 2015 stillgelegt werden können. Und das ohne Nachteile für Versorgungssicherheit, Klimaschutz oder Energiekosten! Die Studie beruht nicht auf wilden Spekulationen, sondern auf Daten des Bundesverbands für Energiewirtschaft.

Bereits zuvor hatte Greenpeace im März 2011 im baden-württembergischen Landtag in Stuttgart die Studie "EnBW: Perspektiven eines Energiekonzerns" (PDF-Datei, 678 kB) vorgestellt. Die Studie erläutert, wie der Energiekonzern EnBW sich nach einem Atomausstieg neu orientieren kann. Ohne eine konsequente Neuausrichtung des Geschäftsmodells droht die EnBW zum Sanierungsfall zu werden.


© Greenpeace


Ein Atomausstieg bis 2015 ist alleine schon durch den Ausbau erneuerbarer Energien und den Bau bereits geplanter Gaskraftwerke möglich. Ab 2013 kann mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung begonnen werden, 2040 würden die letzten Kohlekraftwerke vom Netz gehen. Ab 2050 könnte Deutschland seinen Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energien decken.

Laut Prognosen von Greenpeace bringt diese Energiewende bis 2050 rund 650.000 neue Arbeitsplätze allein im Bereich der erneuerbaren Energien. Darüber hinaus werden bereits bis 2030 etwa 300 Milliarden Euro an Brennstoffkosten eingespart. Da die erneuerbaren Energien dezentraler verteilt sind als große Atom- und Kohlekraftwerke, wird der Umbau die Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen breiter gestreut und so für mehr Gerechtigkeit in Deutschland gesorgt.

Die Energiewende kann ein neues Wirtschaftswunder in Deutschland in Gang setzen. Außerdem sind die eingesparten Brennstoffkosten ein enormer Wirtschaftsfaktor, wenn das Geld nicht mehr an die erdölliefernden Staaten geht, sondern künftig den Menschen in Deutschland zur Verfügung steht.

Greenpeace-Forderungen

Greenpeace fordert daher...
...die sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke, den Pannenreaktor Krümmel und Neckarwestheim II sofort, sowie die übrigen bis spätestens 2015 für immer abzuschalten.
...bis 2040 schrittweise aus der klimaschädlichen Nutzung von Kohle auszusteigen, moderne Gaskraftwerke als Brückentechnologie zu nutzen und bis zum Jahr 2050 die deutsche Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energiequellen wie Sonne und Wind umzustellen.
...sich in der Europäischen Union dafür einzusetzen, dass der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid bis 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert wird.


© Greenpeace

Ergebnis
Bei einer Unterschriften-Sammlung im Mai und Juni 2011 unterstützten fast 263.000 Menschen die Forderungen von Greenpeace für eine Energiewende. Wir bedanken uns bei allen Unterstützern!
Download
Unsere aktuelle Studie "Der Plan: Deutschland ist erneuerbar" (PDF-Datei, 1.890 kB) erläutert, wie die Energiewende ohne Nachteile für Versorgungssicherheit, Klimaschutz oder Energiekosten möglich ist.
Auch die vier Jahre ältere Studie "Klimaschutz: Plan B. Nationales Energiekonzept bis 2020" (PDF-Datei, 1.090 kB) zeigt immer noch sehr gut, wie sich Klimaschutz mit alternativen Energien verwirklichen lässt.
In der Greenpeace-Studie "EnBW: Perspektiven eines Energiekonzerns" (PDF-Datei, 678 kB) wird beschrieben, wie sich der Konzern nach einem Atomausstieg neu orientieren kann.
Das Infoblatt "Der Atomausstieg bis 2015 ist machbar" (PDF-Datei, 461 kB) erläutert, wie ein Atomausstieg problemlos schon bis 2015 möglich ist.
In unserem Infoblatt "Atomenergie: keine Rettung für das Klima" (PDF-Datei, 190 kB) widerlegen wir das Argument, dass Atomkraftwerke einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten.
Lesen Sie zu den langfristigen Problemen durch die ungeklärte Endlagerung des Atommülls unsere Hintergrund-Broschüre "Atomkraft - schweres Erbe für die Zukunft", (PDF-Datei, 1.440 kB).


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 02.07.2011