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Heilbronner Stimme vom 1. März 2011 Greenpeace-Protestaktion am GKN-KühlturmVon Sara Furtwängler Neckarwestheim - Was bleibt, ist ein schwarzer Schriftzug auf dem Kühlturm des Atomkraftwerks (AKW) in Neckarwestheim. "Atomkraft schadet dem Ländle", haben Greenpeace-Aktivisten hier gestern in dicken Buchstaben aufgemalt. Daneben prangt ein Totenkopf. Schlauchboote Es war eine Nacht- und Nebelaktion. Gegen 5.30 Uhr kommen rund 70 Greenpeace-Aktivisten mit Schlauchbooten über den Neckar, legen beim AKW an, und steigen mit einer Leiter über den dortigen Zaun. Ein Wachmann bemerkt die Eindringlinge, wird aber von den Aktivisten "überrannt und in ein Gebüsch gestoßen", berichtet Polizeisprecher Harald Schumacher. Dabei verletzt er sich leicht. Die Aktivisten besetzen den Kühlturm und ketten sich dort an. Im dichten Nebel sind sie lange Zeit gar nicht zu sehen. Transparente, Menschen, die an Seilen hängend den Kühlturm bemalen - alles liegt in einer undurchsichtigen Wolkenschicht, die sich erst gegen 11 Uhr langsam aufgelöst. Greenpeace will auf "mangelhafte Atomaufsicht" aufmerksam machen. "Neckarwestheim 1 ist unsicher und veraltet. Über Jahre wurden notwendige Sicherheitsnachrüstungen verschleppt und entsprechende Anträge verheimlicht", sagt Greenpeace-Sprecher Tobias Riedl. Auf dem Hubschrauberlandeplatz des AKW sammelt sich ab 8.30 Uhr ein Großaufgebot der Polizei. Die Hundestaffel, ein Hubschrauber, Polizisten der Region und Spezialeinsatzkräfte aus Göppingen, Böblingen und Lahr. Insgesamt 194 Beamte. Sie versuchen, mit den Aktivisten zu sprechen, doch der Versuch scheitert. "Keine Kooperation, kein Ansprechpartner, nichts", stellt Schumacher fest. Das sei man von Greenpeace nicht gewohnt. Gegen 10 Uhr macht sich das Spezialeinsatzkommando (SEK) bereit, auf den Turm zu klettern. "Wenn die nicht freiwillig runter kommen, müssen wir sie holen", sagt Schumacher. In Fünfergruppen bringen SEK-Beamte die Demonstranten vom Kühlturm. Unten warten Polizeiwagen, die die Aktivisten auf das Heilbronner Revier fahren. Es werden 53 Personen festgenommen - wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung. Bei einer Personalkostenpauschale von 43 Euro pro Stunde kostet ein Polizeieinsatz dieser Größenordnung rund 25.000 Euro. Ob ein Gebührenbescheid für den Einsatz erlassen wird, will die Polizei prüfen.
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