Regenerative Energiequellen: einige Beispiele
Hintergrund
Zu den regenerativen Energiequellen gehört eine ganze Bandbreite
verschiedener Energiequellen, die alle eines gemeinsam haben: Durch ihre
Nutzung wird keine atomare Strahlung freigesetzt und sie tragen nicht
zum Treibhauseffekt und damit nicht zur Klimaveränderung bei.
Wir erklären Ihnen kurz und knapp, was sich hinter Begriffen wie
Fotovoltaik, Solarthermie oder Biomasse verbirgt. Eine grobe Preis- und
Potenzialeinschätzung soll Ihnen helfen, die Bedeutung der einzelnen
Energiequellen besser zu verstehen.
Alle Angaben zum Potenzial der jeweiligen regenerativen Energiequelle
beziehen sich auf den voraussichtlichen Stromverbrauch in Deutschland
im Jahr 2050 (siehe Szenario "Solare Energiewirtschaft", erstellt
von der DLR im Auftrag des Bundesumweltministeriums).
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| Sonnenlicht (Fotovoltaik) |
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Bei der Stromerzeugung mittels Fotovoltaik wird Licht direkt in
elektrischen Strom umgewandelt. Hierbei entstehen weder Lärm
noch Abgase. Diese Art der Stromerzeugung ist zur Zeit noch sehr
teuer (> 1,20 DM/kWh) und daher spielt die Fotovoltaik bisher
noch eine untergeordnete Rolle. Die Kostenreduktions- und Ausbaupotenziale
sind aber enorm. So können die Kosten um ca. 70% gesenkt werden
und mehr als ein drittel des benötigten Stroms könnte
mittels Fotovoltaik erzeugt werden.
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© IZE e.V.
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| Sonnenwärme (Solarthermie, Strom) |
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Hier heizt die Sonne eine Trägerflüssigkeit, z.B. Wasser,
auf. Diese verdampft und kann somit eine Turbine antreiben. Oder
die Hitze treibt einen Sterling-Motor an, der Strom produziert.
Die Solarthermie eignet sich bei der Stromproduktion weniger für
dezentrale Anlagen als viel mehr für größere Anlagen,
die eher in sonnenreichen Gegenden wie Südeuropa angesiedelt
sind. Die Stromerzeugungskosten liegen bei 6-22 Pf/kWh. Auch hier
besteht ein starkes Ausbaupotenzial.
Parabolspiegel mit Sterlingmotoren zu je 50 kW.
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© IZE e.V.
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| Sonnenwärme (Solarthermie, Warmwasser) |
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In Sonnenkollektoren auf dem Dach erwärmt die Sonneneinstrahlung
eine Flüssigkeit, z. B. Wasser, die dann für die Warmwasserbereitung
oder die Raumheizung genutzt werden kann. Mit isolierten Speichern
kann die Wärme auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht
scheint. Das Potenzial für die Wärmeerzeugung durch Solarthemie-Anlagen
ist riesig und kann bereits heute wirtschaftlich genutzt werden.
Sonnenkollektoren auf dem Dach des Hallenbads in Wittstock.
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© Paczensky
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| Wind |
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Die Windkraft hat in den letzten Jahren die größten
Zuwachsraten verzeichnen können. In Deutschland werden schon
2% des Stromes aus Windkraft erzeugt. Die Preise liegen bei 8-30
Pf/kWh und werden mit zunehmender Massenfertigung noch um bis zu
40% sinken.
Einschließlich Offshore-Anlagen, die auf hoher See betrieben
werden, besteht für die Windkraft das größte Ausbaupotenzial:
Schon in 5-10 Jahren wird der Hauptteil des umweltfreundlich erzeugten
Stroms in Deutschland aus Windkraftanlagen kommen.
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© Michell
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| Wasser |
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Die Wasserkraft ist die einzige Form erneuerbarer Energien, deren
Potenzial in Deutschland weitgehend ausgeschöpft ist. Zur Zeit
liefert sie mit 4% noch den Löwenanteil der regenerativen Quellen
zur Stromerzeugung mit Preisen von 5-25 Pf/kWh.
Während die anderen Energieformen jedoch weiter ausgebaut
werden können, ist dies bei der Wasserkraft kaum der Fall,
so dass sich auch die Preise nicht wesentlich verändern werden.
Wasserkraftwerk in Tucurui, Brasilien.
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© Indrich
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| Biomasse / Biogas |
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Genauso wie Kohle, Öl oder Gas können auch pflanzliche
oder tierische Bestandteile wie Restholz, Energiepflanzen oder vergaste
Gülle verbrannt werden. Der gravierende Unterschied zu fossilen
Brennstoffen ist, dass kein zusätzliches Kohlendioxid entsteht.
Es wird nur die Menge, die während der Lebzeit der Pflanzen
im organischen Material gebunden wurde, freigesetzt. Die CO2-Bilanz
ist ausgeglichen und nicht klimaschädlich.
Schon jetzt liegen die Stromerzeugunskosten bei nur 12-30 Pf/kWh.
Das Potenzial in Deutschland ist aber noch längst nicht ausgeschöpft,
die Kosten können um ca. 20% gesenkt werden. Außerdem
kann auch ein großer Beitrag zur Wärmeerzeugung geleistet
werden.
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© Weckenmann
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| Erdwärme (Geothermie) |
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Auch die Erdwärme lässt sich zur Stromerzeugung nutzbar
machen oder für die Wärmeversorgung nutzen. Dies kostet
zur Zeit für die Stromerzeugung noch 15-20 Pf/kWh. Die Geothermie
wird bei der Diskussion erneuerbarer Energien oft ein wenig vernachlässigt,
aber besonders das Wärmepotenzial ist sie nicht zu unterschätzen.
Dampfende Quelle, Yellowstone Nationalpark, USA.
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© Laurent Case, spring.clight.fr
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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
18.11.2001
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