Stuttgarter Zeitung vom 18. Februar 2006

"Feinstaub macht krank"

Greenpeace vor dem Landtag



Käfighaltung für "Dieselschweine": Greenpeace hat gestern vor dem Stuttgarter Landtag Fahrverbote für alle Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter gefordert.
Foto: Weise/factum

Mit einem "Schweinemobil" haben Umweltaktivisten von Greenpeace gestern vor dem Landtag gegen die hohen Feinstaubwerte in der Landeshauptstadt protestiert. "Es müssen sofort Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastung der Bürger zu verringern", betonte Günter Hubmann, Verkehrsexperte bei Greenpeace. Feinstaub mache nicht nur krank, sondern töte Menschen. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verkürzten die feinen Partikel allein in Deutschland jährlich das Leben von 75.000 Bürgern.
Nach Angaben der Umweltorganisation verursachen vor allem Dieselfahrzeuge dieses Umweltproblem. Deshalb müsse rasch für Diesel ohne Rußfilter ein Fahrverbot erlassen werden. Vor allem bei neueren Motoren seien die Partikel sehr klein und deswegen extrem gefährlich. Aus Protest gegen die "Stinker" zeigte Greenpeace vor dem Landtag das "Schweinemobil" mit großen Ohren und riesiger Nase. Die Messung der aktuellen Feinstaubbelastung vor dem Landtag war nicht möglich, weil die Umweltschützer von Polizei und Ordnungsamt aufgefordert wurden, die Bannmeile umgehend zu verlassen. Dennoch habe man eine an Ministerpräsident Günther Oetinger gerichtete Petition übergeben, in der dieser auf seine Verantwortung für die Gesundheit der Bürger hingewiesen werde, erklärte der Greenpeace-Sprecher Patric Salize. "Wir fordern Sie auf, jetzt sofort die notwendigen und wirksamen Maßnahmen durchzusetzen, die weitere Überschreitungen des Grenzwerts ausschließen", heißt es in der Petition. "Wir erwarten darauf natürlich eine Antwort", so Salize. wos



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 28.02.2006