Presseerklärung vom 25. Juli 2007

Spritschlucker als Klimaschweine

Greenpeace protestiert bei Daimler und Porsche in Stuttgart

Stuttgart, 05.07.2007 - Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace protestiert heute und morgen vor den Konzern-Zentralen von Daimler und Porsche in Stuttgart gegen die klimaschädigende Modellpolitik der Autohersteller. Aktivisten bauen Autos der beiden Hersteller mit rosa Farbe, Schnauze und Ohren zu "Klimaschweinen" um. Hinter den Fahrzeugen sind bis zu sieben Meter hohe und neun Meter lange Stoff-Wolken aufgeblasen, die den übermäßigen Kohlendioxid-Ausstoß der Autos symbolisieren. Auf den Säcken und auf einem Banner ist zu lesen: "Daimler / Porsche produziert Klimaschweine". Daneben steht das SmILE-Auto von Greenpeace mit einem sehr viel kleineren Kohlendioxid-Sack. Es zeigt, wie mit heutiger Technologie der Spritverbrauch eines Serienfahrzeuges halbiert werden kann.

"Seit Jahren geben Autohersteller wie Daimler und Porsche Versprechungen zum Klimaschutz ab, die sie nicht halten", sagt Marc Specowius, Verkehrsexperte von Greenpeace. "Es sind vor allem die deutschen Unternehmen, die aus der Selbstverpflichtung der Autoindustrie zum Klimaschutz eine Luftblase machen." Der Kohlendioxid-Ausstoß der 2006 von diesen Konzernen produzierten Fahrzeuge lag im Schnitt bei 186 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer bei Daimler und sogar 297 Gramm bei Porsche. Laut Selbstverpflichtung der europäischen Automobil-Industrie dürfen Neufahrzeuge ab 2008 nur noch 140 Gramm pro Kilometer ausstoßen. Das ist nicht mehr zu erreichen. "Daimler und Porsche haben ein besonders breites Angebot an spritschluckenden und klimaschädlichen Fahrzeugen.

Greenpeace fordert für die Autoindustrie einen verbindlichen CO2-Grenzwert von 100 Gramm pro Kilometer bis 2012. Daimler und Porsche müssten die klima-relevanten Emissionen ihrer Neufahrzeuge entsprechend absenken. "Spritsparende Fahrzeuge dürfen nicht länger ein Nischenprodukt sein," fordert Specowius. "Vor allem bei den Verkaufsschlagern, die maßgeblich den Flottenverbrauch bestimmen, muss der Verbrauch reduziert werden. Und das funktioniert nur, wenn nicht immer schwerere Wagen gebaut werden, die allein durch ihre Masse mehr verbrauchen. Auch die deutschen Hersteller müssen akzeptieren, dass Autos in Zukunft wieder leichter werden müssen."

Die notwendige Technologie dafür ist längst bekannt und sogar umgesetzt: Das beweist Greenpeace mit seinem SmILE-Fahrzeug. Beim SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient) werden Autos kompakt gebaut und mit intelligenter Technik betrieben. Sie müssen leicht und effizient sein. Dieses technische Konzept erlaubt es, den Spritverbrauch der meisten Serienmodelle bis zur Hälfte zu reduzieren. Es funktioniert mit vorhandener Technik, ohne Mehrkosten und ohne Einbußen bei Fahreigenschaften und Sicherheit. Das SmILE-Prinzip hat Greenpeace schon 1996 erfolgreich mit dem Umbau eines serienmäßigen Renault Twingo verwirklicht, dessen Verbrauch mit drei Litern gegenüber dem ursprünglichen Fahrzeug um 50 Prozent niedriger liegt.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 08.08.2007