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Presseerklärung vom 2. November 2007
Greenpeace führt Tempolimit auf Autobahn 8 ein
Stuttgart, 02.11.2007 - Aus Protest gegen die Blockade eines Tempolimits
haben Aktivisten von Greenpeace heute Morgen an einem rund 26 Kilometer
langen Abschnitt der Autobahn A8 zwischen den Auffahrten Stuttgart-Flughafen
und Aichelberg in beiden Fahrtrichtungen Verkehrsschilder für den
Klimaschutz aufgestellt. Auf den 13 Verkehrsschildern steht "120
- Klimaschutz". Die Greenpeace-Aktivisten handeln damit in so genannter
Geschäftsführung ohne Auftrag für Bundesverkehrsminister
Wolfgang Tiefensee, der sich bisher weigert, ein flächendeckendes
Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen.
Die Umweltschützer hatten seit April schon an Teilstücken von
Autobahnen in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern
und Nordrhein-Westfalen eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt.
"Deutschland leistet sich als einziges Industrieland der Welt weiterhin
unbeschränkte und CO2-treibende Raserei", sagt Marc Specowius,
Verkehrsexperte von Greenpeace. "Es ist ein ungeheurer Zynismus,
dass Minister Tiefensee weiterhin ein Tempolimit blockiert. Er verantwortet
damit Jahr für Jahr mehrere Millionen Tonnen Treibhausgase. Da die
zuständigen Politiker bisher nichts tun wollen, handelt Greenpeace
jetzt."
Auf 12.300 Kilometern Autobahn in Deutschland werden rund ein Drittel
aller PKW-Kilometer gefahren. Zwei Drittel der Strecken haben nach Angaben
der Bundesregierung keine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ein allgemeines
Tempolimit ist die schnellste und günstigste Maßnahme zur Reduzierung
von Treibhausgasen im Verkehrsbereich. Mit seiner Einführung könnten
die Kohlendioxid-Emissionen von PKW auf deutschen Autobahnen sofort um
neun Prozent reduziert werden. Keine andere direkte Maßnahme hat
ein annähernd großes Potenzial. Rund 60 Prozent der deutschen
Bevölkerung sind laut einer Forsa-Umfrage für ein Tempolimit
auf Autobahnen.
Ein Tempolimit ist Grundvoraussetzung und Signal an die Autoindustrie
für den Bau sparsamerer Autos. Niedrigere Geschwindigkeiten ermöglichen
den Einbau leichterer Motoren, die Sicherheit der Insassen kann mit geringerem
Aufwand und Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Dieses "Downsizing"
der Fahrzeuge könnte die CO2-Emissionen von PKW in kürzester
Zeit halbieren - ein deutlich größerer Effekt als alle derzeit
diskutierten CO2-Grenzwerte für Autos.
Greenpeace sammelt zurzeit bundesweit Kaufabsichtserklärungen für
besonders spritsparende Autos. Verbraucher erklären mit ihrer Unterschrift,
zukünftig nach dem SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Efficient)
gebaute PKW kaufen zu wollen. Ein von Greenpeace nach diesem technologischen
Konzept umgebauter serienmäßiger Renault Twingo hat bisher
mehr als 80.000 Kilometer bei Testfahrten zurückgelegt. Der Durchschnittsverbrauch
liegt bei 3 Liter auf 100 Kilometer und damit um 50 Prozent niedriger
als beim Serienauto.

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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
05.11.2007
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