Greenpeace führt Tempolimit auf Autobahn 8 ein

Hintergrund

Rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind laut einer Forsa-Umfrage dafür, auf den Autobahnen ein generelles Tempolimit einzuführen. Ein solches Tempolimit wäre die schnellste und günstigste Maßnahme, um den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) im Verkehrsbereich zu verringern. Mit seiner Einführung könnten die Kohlendioxid-Emissionen von PKW auf deutschen Autobahnen sofort um neun Prozent reduziert werden. Keine andere direkte Maßnahme hätte eine auch nur annähernd so große Wirkung. Trotzdem sperrt sich die Bundesregierung gegen eine solche Sofortmaßnahme.

Info-Aktion

Aus Protest gegen diese Blockade haben Greenpeace-Aktivisten am 02.11.2007 auf der Autobahn 8 ein Tempolimit von 120 eingeführt. Sie stellten zwischen den Auffahrten Stuttgart-Flughafen und Aichelberg in beiden Fahrtrichtungen an dem rund 26 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Auffahrten Stuttgart-Flughafen und Aichelberg Verkehrsschilder für den Klimaschutz auf.

Lesen Sie hierzu auch die Presseerklärung von Greenpeace Deutschland.


© Storz / Greenpeace


Auf den insgesamt 13 Verkehrsschildern stand: "120 - Klimaschutz". Die Greenpeace-Aktivisten handelten damit in so genannter Geschäftsführung ohne Auftrag für Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Dieser weigert sich, trotz eines Beschlusses seiner Partei, ein flächendeckendes Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen.

Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen wäre ein Signal an die deutsche Automobil-Industrie, endlich sparsamerer Autos zu bauen. Niedrigere Geschwindigkeiten ermöglichen den Einbau leichterer Motoren, die Sicherheit der Insassen kann mit geringerem Aufwand und Fahrzeuggewicht sichergestellt werden. Durch dieses "Downsizing" der Fahrzeuge könnten die CO2-Emissionen von PKW in kürzester Zeit halbiert werden. Das wäre ein deutlich größerer Effekt als alle derzeit diskutierten CO2-Grenzwerte für Autos.


© Storz / Greenpeace

Ergebnis
Unsere Aktion auf der Autobahn 8 stieß auf ein breites Medieninteresse. Unter anderem berichteten die Deutsche Presseagentur, die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten und die Ludwigsburger Kreiszeitung über den Protest. Leider wurden unsere Schilder inzwischen wieder entfernt. Dennoch hat die Kampagne von Greenpeace die Diskussion über ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen wieder in Gang gebracht.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.11.2007