Kein Scherz: Steuergeld für "Klimaschweine"

Hintergrund

Wieviel Geld geben Sie für Ihr eigenes Auto aus? Auf jeden Fall zahlen Sie viel Geld für die Luxusautos Anderer. Unternehmen und Gewerbetreibende können für die Anschaffungs- und Spritkosten ihrer Firmen- und Dienstwagen mehrere zehntausend Euro von der Steuer absetzen. So können bei einem BMW 750i knapp 60.000 Euro von der Steuer abgesetzt werden, bei einem Audi A6 Avant sind es fast 54.000 Euro und bei einem Mercedes S 500 rund 50.000 Euro.
Das führt dazu, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern statt einer Gehaltserhöhung lieber einen Dienstwagen geben und vor allem auf PS-starke Limousinen und Geländewagen setzen. 70 Prozent dieser Fahrzeuge in Deutschland sind gewerblich zugelassen und werden somit vom Steuerzahler mitbezahlt. Jeder Steuerbürger subventioniert diese spritfressenden, klimaschädlichen Luxusautos mit rund 132 Euro im Jahr.

Scherz mit ernstem Hintergrund

Den meisten Bürgern ist das nicht bekannt. Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart nahm dies zum Anlass, im Namen einer erfundenen "Interessengemeinschaft der Dienstwagenfahrer (IGdDF)" einen Informationsstand zu machen. Am 13.09.2008 verteilten wir in der Stuttgarter Königstraße an zahlreiche Passanten Quittungen über 132 Euro mit der Aufschrift "Vielen Dank für Ihr Geld für meinen Dienstwagen!"

Auch auf einem Banner mit dem Bild eines Mercedes-Sportwagens war der Schriftzug "Danke für Ihr Geld!" zu lesen. Und auf Plakaten grinste der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann, unter dem Text "Danke Deutschland! 50.000 € Subventionen für meinen dicken Daimler." Vielen Menschen kam dieser Auftritt zu Recht merkwürdig vor.


© Idler



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Natürlich klärten wir hier und bei einem benachbarten "richtigen" Greenpeace-Stand darüber auf, dass spritfressende Luxusautos subventioniert werden.

Es ist leider kein Scherz, dass Steuergeld für "Klimaschweine" verschwendet wird. Unter anderem verteilten wir das Infoblatt "Spritfresser auf Steuerkosten" (PDF-Datei, 285 kB). Lesen Sie hierzu auch die Presseerklärung von Greenpeace Deutschland.


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Greenpeace-Studie

Zugleich sammelten wir Unterschriften für eine Reform der klimaschädlichen Dienstwagenbesteuerung. Greenpeace hat nämlich in der Untersuchung "Dienstwagenbesteuerung modernisieren" (PDF-Datei, 461 kB) nachgewiesen, dass die Besteuerung von Firmen- und Dienstwagen umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Durch eine solche Reform wären besserer Klimaschutz und mehr Steuergerechtigkeit gleichzeitig möglich.

Greenpeace fordert...
neben einer Reform der Besteuerung von Firmen- und Dienstwagen,
dass Unternehmen und Gewerbetreibende selbst ihren Fuhrpark umstellen
und dass Überschüsse aus der Reform in den Schienenfernverkehr investiert werden.


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Download
Im Infoblatt "Spritfresser auf Steuerkosten" (PDF-Datei, 285 kB) können Sie nachlesen, wie ausgerechnet klimaschädliche Limousinen mit Steuerprivilegien subventioniert werden.
In der Greenpeace-Studie "Dienstwagenbesteuerung modernisieren" (PDF-Datei, 461 kB) zeigen wir, wie besserer Klimaschutz und mehr Steuergerechtigkeit gleichzeitig erreicht werden können.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 22.10.2008