Mitarbeiter von Greenpeace haben vor der Mercedes Niederlassung
in Bad Cannstatt einen M-Klasse-Mercedes in ein rosafarbenes "Klimaschwein"
verwandelt.
In weißen Anzügen hantiert eine Handvoll Menschen an
einem M-Klasse-Mercedes. Die Umweltschützer bepinseln den schwarzen
Lack des Geländewagens mit rosa Farbe und legen dem Auto Schweineohren,
eine Nase und einen Ringelschwanz an. "Mit über 170 Gramm
CO2 pro Kilometer zählt die M-Klasse zu den größten
Kkimaschweinen der Mercedes-Flotte", erklärt Jan Haase
die Aktion.
Der Pressesprecher von Greenpeace sieht die Zeit für die spritverbrauchenden
Modelle abgelaufen. "Nur zwei der 251 Mercedes-Modelle liegen
unter den EU-Grenzwerten für Neuwagen. Es ist höchste
Zeit für die Nachfolger des Automobil-Erfinders, ihre Palette
leichter und klimafreundlicher zu gestalten", so Haase. Seiner
Ansicht nach verdiene die M-Klasse als "Klimaschwein"
einen Platz im geplanten neuen Schweinemuseum im alten Schlachthof.
Greenpeace bezieht sich mit der Aktion auch auf den am Dienstagmorgen
veröffentlichten Jahresbericht des europäischen Verbandes
für Transport und Umwelt in Brüssel. Darin belegen Daimler
und Mazda mit durchschnittlich über 170 Gramm CO2 pro Kilometer
die letzten Ränge unter den 14 führenden Herstellern.
Zu der Protestaktion wollen sich Vertreter des Konzerns nicht äußern,
verweisen aber darauf, dass der Gesamtverbrauch bei Daimler in den
letzten 13 Jahren um 21 Prozent gesunken sei. Eva Wiese, die Pressesprecherin
der Abteilung Forschung, Entwicklung und Umwelt der Daimler AG,
sieht in dem aktuellen Jahresbericht des Verbandes Transport und
Umwelt nur eine Momentaufnahme: "Wir haben eine ganze Reihe
verbrauchsreduzierender Maßnahmen eingeleitet. Es wird eine
Weile dauern, bis diese zum Tragen kommen", so Wiese.
Mit dem im März 2007 eingeführten Smart fortwo, der neuen
C-Klasse und neuentwickelten Technologien soll der Kraftstoffverbrauch
bei allen Neuwagen um bis zu zwölf Prozent verringert werden.
Dass Daimler dadurch den vor zehn Jahren selbstauferlegten Grenzwert
der europäischen Automobilindustrie von 140 Gramm CO2 pro Kilometer
mit allen Modellen unterschreiten kann, bezweifeln Greenpeace-Aktivisten
allerdings.
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