Stuttgarter Nachrichten vom 27. August 2008

M-Klasse als "Klimaschwein"

Greenpeace kritisiert Verbrauch

von Johannes Reichart

Mitarbeiter von Greenpeace haben vor der Mercedes Niederlassung in Bad Cannstatt einen M-Klasse-Mercedes in ein rosafarbenes "Klimaschwein" verwandelt.

In weißen Anzügen hantiert eine Handvoll Menschen an einem M-Klasse-Mercedes. Die Umweltschützer bepinseln den schwarzen Lack des Geländewagens mit rosa Farbe und legen dem Auto Schweineohren, eine Nase und einen Ringelschwanz an. "Mit über 170 Gramm CO2 pro Kilometer zählt die M-Klasse zu den größten Kkimaschweinen der Mercedes-Flotte", erklärt Jan Haase die Aktion.
Der Pressesprecher von Greenpeace sieht die Zeit für die spritverbrauchenden Modelle abgelaufen. "Nur zwei der 251 Mercedes-Modelle liegen unter den EU-Grenzwerten für Neuwagen. Es ist höchste Zeit für die Nachfolger des Automobil-Erfinders, ihre Palette leichter und klimafreundlicher zu gestalten", so Haase. Seiner Ansicht nach verdiene die M-Klasse als "Klimaschwein" einen Platz im geplanten neuen Schweinemuseum im alten Schlachthof.
Greenpeace bezieht sich mit der Aktion auch auf den am Dienstagmorgen veröffentlichten Jahresbericht des europäischen Verbandes für Transport und Umwelt in Brüssel. Darin belegen Daimler und Mazda mit durchschnittlich über 170 Gramm CO2 pro Kilometer die letzten Ränge unter den 14 führenden Herstellern.
Zu der Protestaktion wollen sich Vertreter des Konzerns nicht äußern, verweisen aber darauf, dass der Gesamtverbrauch bei Daimler in den letzten 13 Jahren um 21 Prozent gesunken sei. Eva Wiese, die Pressesprecherin der Abteilung Forschung, Entwicklung und Umwelt der Daimler AG, sieht in dem aktuellen Jahresbericht des Verbandes Transport und Umwelt nur eine Momentaufnahme: "Wir haben eine ganze Reihe verbrauchsreduzierender Maßnahmen eingeleitet. Es wird eine Weile dauern, bis diese zum Tragen kommen", so Wiese.
Mit dem im März 2007 eingeführten Smart fortwo, der neuen C-Klasse und neuentwickelten Technologien soll der Kraftstoffverbrauch bei allen Neuwagen um bis zu zwölf Prozent verringert werden. Dass Daimler dadurch den vor zehn Jahren selbstauferlegten Grenzwert der europäischen Automobilindustrie von 140 Gramm CO2 pro Kilometer mit allen Modellen unterschreiten kann, bezweifeln Greenpeace-Aktivisten allerdings.




"Klimaschwein" mit Stern Foto: FK



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 28.08.2008