Stuttgarter Linienbusse heizen Klima an
| Hintergrund |
| Bei den Verkehrsbetrieben in Stuttgart, den Stuttgarter
Straßenbahnen (SSB), läuft seit 2008 ein Modellversuch
zum Betrieb von Linienbussen mit Bio-Diesel aus Palmöl.
Ziel ist es, eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichem
Diesel-Treibstoff zu finden. Die SSB lobt den getestete Palmöl-Treibstoff
als nachwachsenden Rohstoff, der das Klima schont. Zurzeit werden
in Stuttgart insgesamt vier Stadtbusse mit aus Palmöl hergestelltem
sogenanntem "Bio"-Diesel angetrieben.
Das Palmöl stammt allerdings aus Indonesien und Malaysia in
Südostasien, wo riesige Urwaldflächen gerodet und kohlenstoffreiche
Torfmoore trocken gelegt werden, um dort Palmöl-Plantagen
anzulegen. Bei der Zerstörung der Urwälder und Torfmoore
werden gigantische Mengen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt und der
Klimawandel zusätzlich angeheizt. Außerdem werden die
Rechte der lokalen Bevölkerung kaum beachtet, unmenschliche
Arbeitsbedingungen sind an der Tagesordnung.
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| Protest-Aktion |
| Um auf den Einsatz von Palmöl-Diesel aus Indonesien
und Malaysia in Linienbussen aufmerksam zu machen, haben wir am
22.05.2010 am Stuttgarter Schlossplatz Fahrgäste und Passanten
informiert.
Mitglieder der Jugend-AG von Greenpeace Stuttgart protestierten
in Orang-Utan-Kostümen, gegen die Zerstörung des
Lebensraums von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten in Südostasien.
So ist auch der Orang-Utan ist vom Aussterben bedroht. Lesen Sie
hierzu auch unsere Presseerklärung.
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© Martin
Storz / Greenpeace
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| Unterschriften-Sammlung |
| Deshalb waren viele Fahrgäste und Passanten
bereit, unsere Forderung nach Stopp des Modellversuchs mit
Palmöl-Diesel auf einer Unterschriftenliste zu unterschreiben.
Wir werden die gesammelten Unterschriften dem Stuttgarter Oberbürgermeister
Wolfgang Schuster übergeben.
Auch Sie selbst können Unterschriften für Oberbürgermeister
Schuster sammeln! Alle nötigen Angaben finden Sie
auf unserer Unterschriftenliste
(PDF-Datei, 224 kB). Oder unterzeichnen Sie einfach im Internet
unsere Online-Petition!
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© Martin
Storz / Greenpeace
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| "Neste Oil" |
| Hersteller des bei den Stuttgarter Linienbussen
verwendeten sogenannten "Bio"-Diesels aus Palmöl
ist der finnische Mineralölkonzern "Neste Oil".
Das Unternehmen behauptet, nachhaltiges Palmöl zu beziehen,
obwohl ihr Lieferant IOI nachweislich in illegalen Holzeinschlag,
Brandrodungen und Vernichtung von Urwäldern mit Orang-Utan-Gebieten
verwickelt ist. "Neste Oil" baut aktuell neben seiner
Palmöl-Raffinerie in Finnland zwei weitere Großanlagen
in den Niederlanden und in Singapur.
Damit setzt sich "Neste Oil" mit einem Bedarf von
2,5 Millionen Tonnen Palmöl im Jahr an die Weltspitze der
größten Palmöl-Diesel-Produzenten. Der weltweite
Bedarf an Palmöl steigt rapide an, das billige Pflanzenöl
wird verwendet für Lebensmittel, Kosmetika, Waschmittel, zur
Strom- und Wärmegewinnung und - als inzwischen auch immer mehr
als sogenannter "Bio"-Treibstoff.
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| Ergebnis |
Bei unserer Protest-Aktion am 22.05.2010 am Stuttgarter
Schlossplatz konnten wir bei Fahrgästen und Passanten rund
120 Unterschriften sammeln und zahlreiche Flugblätter verteilen.
Im Juli protestierten wir
vor dem Stuttgarter Rathaus wieder gegen die Palmöl-Busse und
sprachen dabei auch mit Oberbürgermeister Schuster. Im August
verfolgten wir die Palmöl-Busse an einem Tag mit einen fahrenden
Hinweistafel, um das Projekt erneut anzuprangern. Über unsere
Aktionen erschienen auch zwei Berichte auf der Homepage von Greenpeace
Deutschland - Sie finden sie hier...
und hier...
Nach hartnäckigen Forderungen von Greenpeace sagten die Stuttgarter
Verkehrsbetriebe (SSB) letztlich zu, dass das Pilotprojekt nach
seinem Ende nicht weiter fortgeführt wird. Auch die Verträge
mit dem Palmöl-Lieferanten, dem finnischen Mineralölkonzern
"Neste Oil", werden nicht verlängert.
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| Download |
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Lesen Sie in unserem Flugblatt "Palmöl-Diesel
ist Urwaldzerstörung" (PDF-Datei, 233 kB), wie
der Einsatz von sogenanntem "Bio"-Diesel un Stuttgart
zu Urwaldzerstörung und Klimawandel beiträgt. |
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Sammeln auch Sie Unterschriften gegen den Einsatz
von Palmöl-Diesel in Stuttgart! Verwenden Sie unsere Unterschriftenliste
(PDF-Datei, 224 kB) oder unterzeichnen Sie unsere Online-Petition! |
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Das Infoblatt "Urwaldschutz
ist Klimaschutz" (PDF-Datei, 202 kB) beschreibt, welche
Rolle die Urwälder für das regionale und globale Klima
haben. |
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Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung:
27.12.2010
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