Aktion gegen Agrosprit aus Urwaldzerstörung

Hintergrund

Bei den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) läuft seit zwei Jahren ein Modellversuch zum Betrieb von Linienbussen mit Bio-Diesel aus Palmöl. Das Palmöl stammt allerdings aus Indonesien, wo riesige Urwaldflächen gerodet und kohlenstoffreiche Torfmoore trocken gelegt werden, um dort Palmöl-Plantagen anzulegen. Bei der Zerstörung der Urwälder und Moore werden gigantische Mengen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt und der Klimawandel zusätzlich angeheizt.

Protest-Aktion

Obwohl nach Gesprächen zwischen Greenpeace und der SSB klar ist, dass die SSB Agrosprit aus Palmöl nicht als Alternative zu Mineral-Treibstoff sieht, läuft der Modellversuch weiter. Deshalb haben wir am 21.08.2010 in Stuttgart mobil protestiert:
Ein fahrendes Plakat verfolgte die SSB-Busse, um das Projekt anzuprangern. Wir fordern den sofortigen Stopp dieses Modellversuchs. Als Plakataufschrift war zu lesen:
"Palmöl-Diesel in Buslinie 42 = Urwaldzerstörung".


© Roettgers / Greenpeace



© Lehr

Das Palmöl wird wechselnd auf verschiedenen Linien eingesetzt. Jede Linie, bzw. jeder Bus könnte beteiligt sein. An Haltestellen verteilten wir Infoblätter, die die Urwaldzerstörung bei zunehmendem Bedarf an Palmöl erklären. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.

Zeitgleich informierten wir auch Passanten am Schloßplatz nahe der Bushaltestelle über die Aktion und darüber, dass es auch keine weiteren dieser Modellversuche geben darf.


Jede Bestrebung zum Einsatz von Palmöl facht den Bedarf an dieser Energiepflanze an. Schon jetzt ist der prognostizierte Anstieg des Palmölverbrauchs nur mit dem Anlegen neuer Plantagen zu decken. Urwaldraubbau ist damit programmiert. Lesen Sie auch die Berichte von unseren Aktionen zu diesem Thema vom Mai und Juni.

Die Unterschriftenaktion mit der Forderung nach einem Ende des Modellversuchs mit Palmöl-Diesel läuft noch. Wenn Sie uns hierbei unterstützen wollen, können Sie auf unserer Unterschriftenliste (PDF-Datei, 224 kB) unterzeichnen, auf der auch alle weiteren nötigen Angaben finden. Oder unterzeichnen Sie einfach im Internet unsere Online-Petition!


© Roettgers / Greenpeace

Ergebnis

Die Stuttgarter Zeitung vom 21.08.2010 berichtete vorab von unserer Aktion. Fahrgäste an Haltestellen und in den Bussen staunten nicht schlecht über das fahrende Banner. Die mobile Aktion wurde durchweg positiv aufgenommen. Wir konnten weitere 250 Unterschriften gegen den Modellversuch mit Palmöl in Stuttgarter Bussen sammeln, die Oberbürgermeister Schuster überreicht werden. Bereits bei unseren Protest-Aktionen am 22.05.2010 (Schlossplatz) und am 05.07.2010 (Rathaus) hatten wir viele Unterschriften gesammelt und hunderte Flugblätter verteilt. Über unsere Aktionen erschienen auch zwei Berichte auf der Homepage von Greenpeace Deutschland - Sie finden sie hier... und hier...

Nach hartnäckigen Forderungen von Greenpeace sagten die Stuttgarter Verkehrsbetriebe (SSB) letztlich zu, dass das Pilotprojekt nach seinem Ende nicht weiter fortgeführt wird. Auch die Verträge mit dem Palmöl-Lieferanten, dem finnischen Mineralölkonzern "Neste Oil", werden nicht verlängert.

Download
Lesen Sie in unserem Flugblatt "Palmöl-Diesel ist Urwaldzerstörung" (PDF-Datei, 233 kB), wie der Einsatz von sogenanntem "Bio"-Diesel un Stuttgart zu Urwaldzerstörung und Klimawandel beiträgt.
Lesenswert ist auch der ausführliche Hintergrundartikel über Regenwälder in Indonesien und die Klimakrise (PDF-Datei, 426 kB).
Sammeln auch Sie Unterschriften gegen den Einsatz von Palmöl-Diesel in Stuttgart! Verwenden Sie unsere Unterschriftenliste (PDF-Datei, 224 kB) oder unterzeichnen Sie unsere Online-Petition!
Das Infoblatt "Urwaldschutz ist Klimaschutz" (PDF-Datei, 202 kB) beschreibt, welche Rolle die Urwälder für das regionale und globale Klima haben.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 27.12.2010