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Stuttgarter Zeitung vom 14. September 1994 Dritte Stufe des Verkehrsmanagements InnenstadtDurchfahrt am Wilhelmsbau wird gesperrtMitte November Sperrung der Querspange Rotebühl-/Wilhelmsplatz - "Umleitung" über PaulinenstraßeDer Cityring in der Innenstadt soll noch vor dem Weihnachtsverkehr geschlossen werden. Wenn der Ausbau des Österreichischen Platzes in einigen Wochen fertig ist, wird die König-/Eberhardstraße für den Durchgangsverkehr - Ausnahme: Busse und Taxis - zwischen Rotebühl- und Wilhelmsplatz gesperrt. Die Zufahrt zu den Parkhäusern ist weiterhin möglich. Die Autos sollen statt dessen über den Cityring rollen, also vom Wilhelmsplatz über Hauptstätter Straße, Österreichischen Platz und Paulinenstraße zum Rotebühlplatz fahren. Die Sperrung vor dem Wilhelmsbau soll in der zweiten Novemberwoche in Kraft treten, damit sich die neue Regelung bis zur Adventszeit eingespielt hat. Dieser dritten Stufe des Verkehrsmanagements Innenstadt hat der neu formierte Ausschuß für Umwelt und Technik in seiner ersten Sitzung gestern mehrheitlich zugestimmt. Die CDU-Fraktion enthielt sich der Stimme, nachdem es keine Mehrheit für ihren Antrag gab, erst dann vor dem Wilhelmsbau zu sperren, wenn der Nachweis erbracht sei, daß der Cityring den zusätzlichen Autoverkehr aufnehmen kann. Die anderen Fraktionen und Bürgermeister Jürgen Beck (CDU) halten das Konzept hingegen für ausgereift. "Die bisherigen Stufen des Verkehrsmanagements haben für eine vernünftige Führung des Verkehrs in der Innenstadt gesorgt und unsere Erwartungen übertroffen. Es gibt keinen Grund, an der Wirksamkeit der dritten Stufe zu zweifeln", sagte Beck. Kurzer Rückblick: vor zwei Jahren legte Beck ein Gutachten des Ingenieurbüros Karajan vor, um "die hausgemachten Staus" zu vermeiden. An rund 50 Tagen im Jahr - vor allem in der Vorweihnachtszeit, an Brücken- und Veranstaltungstagen - war die Innenstadt dicht: "Die, die in die Parkhäuser reinfallen, kommen nicht rein, weil sie denen, die herauswollen den Weg versperren", stellte Eberhardt Palmer, Bezirksvorsteher in Stuttgart-Mitte fest. Der Grundgedanke des Karajan-Konzepts: der Verkehr wird auf dem Cityring um die Innenstadt geführt, von dort aus gibt es Zufahrten zu den einzelnen Vierteln mit den Parkhäusern. Dabei werden diese Parkplätze durch Einbahnstraßenregelungen wie auf Schleifen möglichst kreuzungsfrei erschlossen. "Dieses Konzept um die Stauungen zu vermeiden, hat sich bewährt"; stellen Beck und Palmer fest. Außerdem habe sich dies auch positiv auf die Umwelt ausgewirkt: 40 Prozent weniger Kohlenmonoxid, jeweils 20 Prozent weniger Stickoxyde und andere Luftschadstoffe. Als "letztes großes Problem" bezeichnete Beck gestern die zahlreichen Staus zwischen Hauptstätter und Torstraße nach der Einfahrt vom Wilhelmsplatz. Fast je des zweite Auto gehöre dort zum Durchgangsverkehr: "Die Leute fahren aus reiner Gewohnheit am Wilhelmsbau vorbei, dabei ist das so unnötig wie ein Kropf", meint Beck. Der Durchgangsverkehr sorge für die Staus, behindere und verärgere die Autofahrer, die zu einem der innerstädtischen Parkhäuser wollten. Voraussetzung für die "Umleitung" des Durchgangsverkehrs ist der Umbau des Österreichischen Platzes, der eine größere Verkehrsmenge bewältigen soll. Um den Cityring-Verkehr zu bevorzugen, gibt es künftig zwei Linksabbiegespuren zum Wilhelmsplatz, der Kreisverkehr wird auf zwei Fahrspuren reduziert und die Autos aus Richtung Marienplatz haben Vorfahrt. Außerdem müssen die Ampeln anders geschaltet und das Parkleitsystem angepaßt werden. Auf der Querspange selbst sind auf Höhe der Kronprinz- und der Steinstraße Verkehrsinseln und Einengungen vorgesehen: Dort wird der Durchgangsverkehrs "ausgesperrt``, weiterfahren dürfen Busse, Taxis und Radler sowie Lieferverkehr von 18 bis 11 Uhr. Im künftig gesperrten Teil im Bereich König- und Tübinger Straße wird baulich nichts geändert. Das Abbiegen von der Tübinger in die Eberhardstraße bleibt weiterhin möglich. dud
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