Aktion "Autos raus aus der Stadt"

Hintergrund
Hintergrund der Aktion war der immer stärker zunehmende Verkehr in der Innenstadt von Stuttgart. An langen Samstagen, vor Ostern oder Weihnachten ging nichts mehr. "Autos raus aus der Stadt" war eine kurzfristig realisierbare Möglichkeit, einen Bereich mit hoher Luftverschmutzung zu entlasten.

Die gesamte Verkehrsplanung muß auf eine umweltverträgliche Verkehrsabwicklung abgestimmt werden. Unsere Städte müssen wieder zu Orten des Zusammenlebens werden, sie dürfen nicht länger Restflächen zwischen Asphaltsträngen sein!
Die Aktion
25.05.1991, 11 Uhr: die Fußgängerampeln sprangen auf rot und mehr als 20 Greenpeacer blockierten die Querachse der Königstraße zwischen Kronprinzstraße und Tübinger Straße mit zwei 18 Meter langen Bannern. Diese Fläche wurde für zwei Stunden vorübergehend zur Fußgängerzone erklärt.

Schnell bildeten sich an beiden Bannern Schlangen. Hupen half nichts. Die meisten Fahrer drehten nach einigen Minuten um und traten den Rückzug an. Lediglich der Fahrer eines Abschleppwagens setzte auf Aggression und die schiere Größe seines Wagens. Er fuhr auf, bis seine Stoßstange die Schienbeine der Demonstranten berührte, brüllte und tobte. Um die Situation nicht unkontrolliert eskalieren zu lassen, wurde der Brummi durchgelassen - als einziges Privatfahrzeug bei dieser Aktion.  

Die Blockade
© S. Trucksäß


Eine Ausnahme bildeten natürlich die Busse der SSB. Für sie wurden die Banner zur Seite genommen, sie konnten jederzeit ungehindert passieren.

Mitten in der neuen Fußgängerzone wurden Brezeln und Luftballons verteilt, Beete angelegt, Bänke luden zum Verweilen und Diskutieren ein. Kinder verwandelten die Straße mit Kreide in ein riesiges Gemälde, wildfremde Menschen spielten zusammen Indiaka, Federball oder Volleyball, Skateboardfahrer nutzten die neue Freiheit.

 

beschreibender Text
© S. Trucksäß


Interessant war aber, daß trotz der vielen Aktivitäten auf der Straße viele Fußgänger der Situation nicht ganz trauten: zeigte die Ampel bei den Fußgängerüberwegen rot, blieben viele stehen und warteten auf die Grünphase.

 

beschreibender Text
© S. Trucksäß

Unsere Forderung

   Wir wollen wieder Mobilität in unserer Stadt - für Menschen
Mobilität zu Fuß, mit dem Fahrrad
und einem attraktiven öffentlichen Personennahverkehr

 

Ergebnis

Die Presse berichtete damals ausführlich. Hier die Berichte von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und der Esslinger Zeitung.

Drei Jahre später, im September 1994 hat der Ausschuß für Umwelt und Technik der Stadt beschlossen, einen Cityring einzurichten. Dabei wurde genau der Bereich, den wir bei unserer Aktion blockiert hatten, für den Autoverkehr gesperrt. Auch hier der Artikel der Stuttgarter Zeitung.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 17.09.2000