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Presseerklärung vom 1. August 2003
Dieselschweine gegen Dieselkrebs
Greenpeace fordert zur Strafanzeige gegen DaimlerChrysler und VW auf
Sindelfingen, 01.08.2003 – Eine rosa Fahrzeugkolonne steht seit
heute morgen, 8 Uhr, in Sindelfingen am Kundencenter, Tor 8, bei DaimlerChrysler.
Sie besteht aus drei mit großen Schweinerüsseln und -ohren
zu "Dieselschweinen" umgebauten Fahrzeugen: einem Mercedes CDI,
einem Smart und einem VW Lupo. Mit der Aktion protestiert Greenpeace gegen
die strikte Weigerung der deutschen Autoindustrie, serienmäßig
Filter gegen gefährlichen Dieselruß in ihre Fahrzeuge zu einzubauen.
Am Samstag, 2. August, ist die Fahrzeugkolonne ab 10 Uhr in Stuttgart
- am kleinen Schlossplatz - bis 14:30 zu sehen.
Auf dem "Mutterschwein", dem Mercedes-Benz, ist zu lesen: "Kaufen
Sie keinen Diesel ohne Rußfilter". Auf den "Dieselferkeln"
Smart und VW steht: "Wenn ich groß bin, möchte ich kein
Dieselschwein sein" und "Ich will auch'n Rußfilter haben".
Greenpeace präsentiert zudem einen Mercedes, den die Umweltschützer
mit einem Rußfilter ausrüsten ließen. Dieser könnte
problemlos in alle Dieselfahrzeuge eingebaut werden.
"Tausende Menschen sterben jedes Jahr an Dieselkrebs, obwohl es einfache
technische Lösungen dagegen gibt", sagt Greenpeace-Sprecher
Günter Hubmann in Mannheim. "DaimlerChrysler muss alle Diesel-Neuwagen
mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Alle
Autohersteller haben die Technik längst in der Schublade. Es gibt
nur einen Grund, weshalb sie keine Filter einbauen: Konzerne wie DaimlerChrysler
und VW sind nicht bereit, mit einem Bruchteil ihrer Gewinne Menschen vor
Dieselkrebs zu schützen."
Die ultrafeinen Rußpartikel aus Dieselautos lagern sich in der Lunge
ab und können über die Zellmembran ins Blut gelangen. Sie verursachen
Allergien, Asthma, Herzinfarkt und Krebs. Ein Dieselrußfilter reduziert
den Ausstoß von Russpartikeln um 99 Prozent. Für nur 200 Euro
könnte DaimlerChysler jedes neue Fahrzeug serienmäßig
mit einem Russfilter ausrüsten. Damit würde der Konzern endlich
aufhören, Menschen mit Dieselruß zu vergiften. Rund 8000 Menschen
in Deutschland sterben jedes Jahr durch Dieselrußpartikel.
Der französische Hersteller PSA bietet seit dem Jahr 2000 mit den
Modellen Peugeot und Citroen serienmäßig Rußfilter an
- ohne Mehrkosten für den Verbraucher. Freiwillig kommen die deutschen
Autohersteller diesem Vorbild nicht nach. Obwohl alle Bundestagsfraktionen
für Dieselfilter sind, vernachlässigt die Bundesregierung ihre
Vorsorgepflicht und lässt die Industrie gewähren.
Deshalb fordern wir die Bürger auf, Strafanzeige gegen DaimlerChrysler
und gegen VW zu stellen wegen des Verdachts der Gesundheitsgefährdung
und wegen der Todesfälle durch Dieselruß-Partikel. Die Vorlage
für die Strafanzeige gibt es bei Greenpeace e.V. (Große Elbstraße
39, 22767 Hamburg) oder auf der Greenpeace-Internetseite.

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Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
10.08.2003
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