Stuttgarter Zeitung online-News vom 06. Dezember 2002
Stuttgarter Nachrichten online-News vom 06. Dezember 2002

"Verrußte Rute" für DaimlerChrysler

Stuttgart - Ein Greenpeace-Nikolaus hat dem Autokonzern DaimlerChrysler am Freitag eine "verrußte Rute" überreicht.

Damit protestierte die Umweltschutzorganisation vor der Konzern-Zentrale Stuttgart gegen die Weigerung des Unternehmens, Filtertechnik in Diesel-Fahrzeuge einzubauen. Das Unternehmen müsse alle neuen Fahrzeuge mit Dieselrußfiltern ausstatten sowie sich darauf vorbereiten, Altfahrzeuge nachzurüsten, forderten die Umweltschützer.

Außerdem wurde der Haupteingang am Nikolaustag mit 20 Säcken Dieselruß und zwei Tannenbäumen dekoriert. Mit Liedern wie "Leise dieselt der Ruß" oder "Rußflöckchen, Schwarzbröckchen" wurde gegen den aus Sicht von Greenpeace "verantwortungslosen und gemeingefährlichen" Ausstoß von Dieselruß protestiert.

Der Autokonzern teilte auf Anfrage mit: "Bei unseren Dieselmotoren gilt die Priorität der ausgewogenen Reduktion aller relevanten Emissionen und nicht nur der von Partikeln." In der Umweltbilanz liege Mercedes-Benz mit diesen Anstrengungen weltweit an der Spitze der Autoindustrie.

Deutsche Diesel-Fahrzeuge stoßen nach Greenpeace-Angaben jedes Jahr fast 9000 Tonnen Ruß aus. Gefährlich seien vor allem die sehr kleinen Rußteilchen, die in die kleinsten Lungenverästelungen vordringen. Sie könnten Lungenkrebs, Herz- und Kreislauferkrankungen verursachen. Nach Berechnungen des Umwelt- und Prognoseinstituts Heidelberg stürben jährlich rund 8500 Menschen an Lungenkrebs, der durch Dieselrußpartikel ausgelöst wird. dpa/lsw

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Eine als Nikolaus verkleidete Greenpeace-Aktivistin vor der DaimlerChrysler-Zentrale in Stuttgart-Möhringen.

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  Die dort abgestellten Säcke tragen die Aufschrift "Weihnachtlicher Ruß aus Stuttgart, Greenpeace".


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 06.12.2002