Luftmess-Bus "Rudi Rüssel" in Stuttgart

Hintergrund

Studien belegen, dass die Gesundheitsgefährdung durch bodennahes Ozon, das bei Sonneneinstrahlung durch Autoabgase entsteht, weit höher als angenommen ist. Ozon ist ein Reizgas und schädigt nicht nur Pflanzen oder Tiere, sondern auch Menschen.
Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder und Lungenkranke. Selbst "Gesunde" werden bei Ozonwerten über 180 µg/m³ Luft vorsorglich aufgefordert, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält einen Ozonwert von 120 µg/m³ Luft für gerade noch zulässig. Trotzdem werden Vorsorge-Maßnahmen wie Fahrverbote oder Geschwindigkeitsbegrenzungen von der Politik nur sehr zögerlich in Angriff genommen.

Info-Aktion

Am 17.07.1996 kam der Luftmess-Bus "Rudi Rüssel" von Greenpeace nach Stuttgart. Mit ihm kann man Schadstoffe realistisch in Bodennähe messen, während behördliche Luftmessungen immer in einigen Metern Höhe stattfinden. Der Luftmess-Bus war Teil einer Info-Aktion, mit dem wir unser Ozon-Projekt abschlossen. Er maß in Stuttgart die Luftbelastung am Neckar-Stadion, am Max-Eyth-See und in der Stadtmitte (siehe Foto rechts).

Dort forderten wir mit einem Banner mit dem Text "Ozon macht Asthma - Merkel macht nichts" die Bundesumweltministerin in Bonn auf, endlich etwas gegen die hohen Ozon-Belastungen durch den Autoverkehr zu unternehmen.


© Greenpeace-Gruppe Stuttgart

Das Stuttgarter Ozon-Projekt

Um die Ozon-Belastung in unserer Umwelt anschaulich zu machen, hatten wir im Frühjahr 1996 unser Stuttgarter Ozon-Projekt gestartet. Dazu hatten wir im Frühsommer 1996 bei Infoständen im gesamten Stadtgebiet Tabakpflanzen an interessierte Bürger verteilt.

Die Tabaksorte (Nicotianum tabacum Bel W3) ist ein guter Bioindikator für Ozon, an dem sich sehr eindrucksvoll die schädigende Wirkung des Reizgases auf Pflanzen beobachten lässt. An den Blättern bilden sich gelb-braune Flecken, die sich bei Ozonbelastung vergrößern, bis schließlich das ganze Blatt braun wird.

Wir baten die Teilnehmer an unserer Aktion, ihre Beobachtungen regelmäßig auf einer Karte zu protokollieren und diese nach Ablauf einiger Wochen an uns zurückzuschicken. mehr...

 


© Greenpeace-Gruppe Stuttgart

Ergebnis
Die Ergebnisse präsentierten wir auf einer Pressekonferenz, über die die Stuttgarter Nachrichten berichteten. Die SDR1 Sendung "Heute im Gespräch" (Real Audio, 1:46 Minuten, 2 kB/s) berichtete über das Projekt und sendete eine Diskussion mit dem Greenpeace-Experten Karsten Smid (Real Audio, 37:40 Minuten, 2 kB/s).


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.12.2006