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Presseerklärung vom 27. November 2004 Müller-Milch ist Gen-MilchGreenpeace-Aktivisten protestieren gegen Produkte des Molkerei-Konzerns Theo Müller, die mit genmanipuliertem Tierfutter hergestellt werden. Stuttgart, 27.11.2004 - Gegen "Gen-Milch" des Molkerei-Konzerns Müller protestieren Greenpeace-Aktivisten heute in über 100 Supermärkten in 30 Städten. Aktivisten der Greenpeace-Gruppen Stuttgart und Tübingen tragen weiße Schutzanzüge, laden Müller-Produkte in ihre Einkaufswagen und diskutieren mit Filialleitern und Supermarkt-Kunden verschiedener Lebensmittelmärkte - unter anderem im Kaufhof und Karstadt - über die Gefahren der Gentechnik. Die Einkaufswagen sind mit der Aufschrift versehen "Müller-Milch ist Gen-Milch - mit genmanipuliertem Tierfutter hergestellt". Müller hat mehrfach zugegeben, dass Kühe, deren Milch für Müller-Produkte verwendet wird, genmanipuliertes Futter bekommen. Greenpeace fordert von Müller, auf Futter ohne Gen-Pflanzen umzustellen, um so deren Anbau nicht länger zu fördern. "Verbraucher sollten Müller-Milch im Regal stehen lassen, so lange die Milchkühe Gen-Soja und Gen-Mais fressen", sagt Birgit Kolaschinski, Gentechnik-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Genmanipulierte Pflanzen breiten sich unkontrolliert in der Natur aus und gefährden die gentechnikfreie Landwirtschaft. Wer will, dass auch seine Kinder noch auf Gen-Food verzichten können, muss sich deshalb heute gegen Gentechnik auf dem Acker wehren." Greenpeace fordert auch die Geschäftsführungen der Handelsketten auf, sich an Müller zu wenden, damit der Milch-Konzern kein genmanipuliertes Tierfutter mehr einsetzt. Müller und andere Molkereien haben zwei Möglichkeiten, auf Gen-Soja zu verzichten: Zum einen, indem sie gentechnikfreie Soja verfüttern lassen, die auf dem Weltmarkt ausreichend vorhanden ist. Zum anderen, indem sie von Soja auf Raps umsteigen. Raps kann gerade in der Milchvieh-Fütterung Soja ersetzen. Gentechnisch manipuliertes Soja wird überwiegend im Tierfutter verwendet.
Ihr Anbau verursacht bereits massive ökologische Probleme. In den
USA wurden in diesem Jahr auf Feldern mit Gen-Soja 42 Prozent mehr Pflanzenvernichtungsmittel
gespritzt als auf Feldern mit herkömmlicher Soja. Das Erbgut von
Gen-Soja ist so verändert, dass sie das Pflanzenvernichtungsmittel
"Roundup" überlebt. Nach zwei bis drei Jahren werden aber
auch Wildpflanzen resistent gegen dieses Herbizid. Landwirte bekämpfen
die "Unkräuter" deshalb mit immer mehr Spritzmitteln. In
Argentinien riefen die massiven Giftduschen auf Gen-Soja-Feldern bereits
oft Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge und Augenreizungen bei der
Bevölkerung hervor. Zudem belastet der erhöhte Spritzmitteleinsatz
Böden und Gewässer. |