Landliebe täuscht die Verbraucher

Hintergrund

Die bekannte Marke Landliebe gehört zu 100 Prozent dem internationalen Molkereikonzern Campina. Für Landliebe-Produkte wird Milch von Kühen verwendet, die mit gentechnisch veränderter Soja gefüttert werden. Außerdem haben einige Landwirte, die Milch an Campina liefern, in diesem Jahr Gen-Mais angebaut. Greenpeace hat Campina bereits mehrfach darüber informiert. Dennoch weigert sich der Konzern bis heute, die Bedingungen für seine Milchlieferanten so zu ändern, dass sowohl der Anbau, als auch die Verfütterung von Gen-Pflanzen verhindert wird.
Der Anbau genmanipulierter Pflanzen kann jedoch schwerwiegende Folgen für Ökosysteme haben und ist mit verantwortlich für den erhöhten Einsatz von giftigen Spritzmitteln. Auch gesundheitliche Risiken sind noch weitgehend unerforscht.

Bundesweite Protestaktionen

Deswegen fand am 12.11.2005 eine bundesweite Protestaktion gegen das ungelöste Problem von Landliebe-Molkereiprodukten statt, deren Milch mit Hilfe von genmanipuliertem Soja und Mais im Kuhfutter hergestellt wird. Auch wir von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart informierten Verbraucher in verschiedenen Supermäkten in Stuttgart-Vaihingen darüber, dass die Molkerei Campina bei der Milchproduktion auf Gentechnik statt auf Qualität setzt.

Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.


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Vor dem Supermarkt warnten wir die Verbraucher mit Protestschildern: "Achtung! Landliebe mit Genmilch" und verteilten unser Handzettel "Landliebe: verantwortlich für Gen-Futter bei Milchkühen!" (PDF-Datei, 113 kB). Als wandelnde Durchsagen verbreiteten wir eine etwas andere Landliebe-Werbung zwischen den Regalen: "Gentechnik ist, wenn es Landliebe ist" oder "Landliebe-Produkte sind nicht so naturnah, wie Sie denken. Weitere Infos gibt es am Kühlregal". Dort wurden Landliebe- Produkte mit Absperrband gekennzeichnet, um so darauf hinzuweisen, dass der Konsum dieser Produkte den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen unterstützt.


© Simon



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Die meisten Supermarkt-Leiter reagierten auf unsere Aktion mit Verständnis. Sie wissen natürlich, dass über 70 Prozent der Verbraucher sich gegen Gentechnik in Lebensmitteln ausgesprochen haben. Entsprechend positiv waren auch die Reaktionen der Kunden, an die wir Informationsmaterial verteilten. Auch die Unterstützung bei der Auswahl von anderen Produkten wurde sehr dankbar angenommen.


© Simon
Unterschriften-Liste

Viele Verbraucher waren empört darüber, dass Milch, Eier und Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden, nicht gekennzeichnet werden müssen. Sie machten ihren Unmut mit einer Unterschrift deutlich und unterzeichneten unsere Forderung nach der Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten.

Sie können ebenfalls Unterschriften sammeln! Laden Sie sich einfach unsere Unterschriftenliste (PDF-Datei, 184 kB) herunter. Auf ihr finden Sie auch alle notwendigen Angaben und Argumente gegen Gentechnik im Essen.

Greenpeace wird die ausgefüllten Unterschriftenlisten an die zuständigen EU-Politiker übergeben, damit die Kennzeichnungsregeln europaweit reformiert werden.

Unterschriften-Sammlung
© Simon

Greenpeace EinkaufsNetz

Als Verbraucher können Sie sich auch für gesunde Nahrungsmittel einsetzen, indem Sie bei unserer Verbraucherorganisation mitmachen - dem Greenpeace EinkaufsNetz!

Sie können sich mit E-Mail- und Postkarten-Aktionen bei Herstellern und Händlern persönlich für gesunde Lebensmittel einsetzen. Außerdem erhalten Sie dort regelmäßig Informationen über Gift und Gentechnik im Essen, aber auch über Alternativen.

So zum Beispiel auch im Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" (siehe auch Download unten). Dieser listet auf, welche Lebensmittelhersteller und Handelsunternehmen in Deutschland auf Gentechnik verzichten und welche nicht. Mit Hilfe dieses Ratgebers können Sie entscheiden, welchen Firmen man trauen kann.


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Ergebnis

Wir besuchten bei unseren Info-Aktionen in Stuttgart-Vaihingen insgesamt drei Supermärkte. Dabei verteilten wir mehr als 300 Flugblätter "Landliebe: verantwortlich für Gen-Futter bei Milchkühen!" und andere Info-Broschüren. Zahlreiche Verbraucher unterzeichneten auch unsere Unterschriftenliste für eine bessere Kennzeichnung von tierischen Produkten, die mit genmanipuliertem Futter erzeugt werden.

Am folgenden Montag berichteten die Stuttgarter Nachrichten über unsere Aktion, allerdings ohne den Anlassgeber der Proteste, den Campina-Konzern mit seiner Marke Landliebe, zu nennen. Offenbar musste hier die Information der Verbraucher zurückstehen, weil die Zeitung ihren Anzeigenkunden Campina nicht verprellen wollte.


Download
Der Greenpeace-Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" (PDF-Datei, 451 kB) listet auf, welche Lebensmittelhersteller und Handelsunternehmen auf Gentechnik verzichten - und welche nicht!!!
Im Handzettel "Landliebe: verantwortlich für Gen-Futter bei Milchkühen!" (PDF-Datei, 113 kB) können Sie nachlesen, was Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik bei Landliebe-Produkten tun können.
Unser Flugblatt "Gentechnik ist, wenn es Landliebe ist!" (PDF-Datei, 75 kB) informiert ausführlich über die Hintergründe bei Campina / Landliebe.
In unserem Flugblatt "Bessere Lebensmittel - der Handel muss Handeln" (PDF-Datei, 316 kB) finden Sie die Forderungen von Greenpeace an die Lebensmittel-Industrie.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 12.03.2006