| Greenpeace hat sich bewusst für
Speiseöle als Untersuchungsobjekt entschieden, finden diese
doch in jeder Küche Verwendung. Während Restaurants mit
mediterraner Ausrichtung größtenteils zum unbedenklichen
Olivenöl greifen, spielt Sojaöl in der asiatischen Küche
eine elementare Rolle. Dort wurden die Stuttgarter denn auch in
neun Fällen fündig. In der Küche wohlgemerkt, nicht
aber auf der Speisekarte, wo der Hinweis hätte stehen müssen.
Bei Nichteinhaltung droht indes ein saftiges Bußgeld von bis
zu 50.000 Euro. Vor die Wahl gestellt, die Speisekarten zu ändern
oder auf gentechnikfreie Öle umzustellen, „entschieden
sich die betroffenen Restaurantbetreiber spontan und aus eigenem
Antrieb, auf Gentechnik zu verzichten“, so Sigloch. Sieben
der betroffenen Betriebe haben bereits umgestellt, die anderen ziehen
nach.
Auch der Asia-Wok im Stuttgarter Westen hat das Öl
gewechselt. Stolz präsentieren sie den neuen Kanister. Und
die Umstellung sei „gar kein Problem“ gewesen. Oft genug
hören vor allem die kleineren Betriebe zum ersten Mal von der
gar nicht mehr so neuen Verordnung. Im Gegensatz zu vielen Restaurants
und Hotelküchen sind die meisten Imbisse nicht in einem Dachverband
organisiert, der über Neuerungen in der Gesetzgebung informiert.
Auch Konrad Krammer vom Vegi Voodoo King in der Innenstadt
wusste nichts von der Verordnung. Trotzdem wird in dem vegetarischen
Imbiss, der täglich unzählige Portionen Falafel frittiert,
streng auf Qualität geachtet. Genmanipuliertes Öl muss
für die Kichererbsenbällchen draußen bleiben, obwohl
Krammer ahnt, dass man beim Einkauf „höllisch aufpassen“
muss. Zwar weiß er genauso wenig wie jeder andere, welche
gesundheitlichen Folgen der Verzehr von genmanipulierten Produkten
zur Folge haben kann, aber eigentlich gehe es dabei „um viel
mehr, zum Beispiel um Konzerne, die sich ein Recht auf Pflanzen
sichern wollen“. Das wolle er „auf keinen Fall unterstützen“.
Auch in der Studentenkneipe „Wirtshaus Troll“
wandern täglich etliche Portionen „XXL-Pommes“
über den Tresen. Gen-Öl würde ihnen dabei niemals
in die Friteuse kommen. Auch hier will man „den Image-Schaden
keinesfalls riskieren“. Marco Grenz von der Alten Kanzlei
ergänzt: „Wenn es bei den Gästen eine Rolle spielt,
spielt es auch bei uns eine Rolle. Ich kann froh sein, einen Chefkoch
zu haben, der über langjährige Erfahrung verfügt
und immer hervorragend informiert ist.”
Die Stuttgarter Kampagne soll fortgesetzt werden,
denn bisher ist erst der Anfang gemacht. Doch die Arbeit ist langwierig
und zeitaufwändig. Gegen die Verwendung von Erzeugnissen aus
genmanipulierten Pflanzen scheint nur ein Kraut gewachsen: kritisches
Nachfragen. MELANIE MIEDLER
Alle bisherigen
Ergebnisse der Recherche:
www.greenpeace-stuttgart.de/themen/landwirtschaft/2006-restaurant-liste.html
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