Greenpeace prüft Stuttgarter Gastronomie auf Gentechnik

Ergebnisse der Recherche zu Gentechnik-Speiseölen

Hintergrund

Der Anbau genmanipulierter Pflanzen kann schwerwiegende Folgen für Ökosysteme haben und ist mit verantwortlich für den erhöhten Einsatz von giftigen Spritzmitteln. Auch gesundheitliche Risiken sind noch weitgehend unerforscht.
Seit April 2004 gilt in Deutschland die Kennzeichnungsverordnung. Lebensmittel, die Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten, muss der Hersteller demnach kennzeichnen. Da über 70 Prozent der Verbraucher genmanipulierte Nahrung ablehnen, ist diese aus den Regalen unserer Supermärkte nahezu vollständig verschwunden. Leider werden solche Produkte immer noch im Großhandel angeboten. Dadurch sind vor allem Gen-Öle in der Gastronomie verbreitet, wo der Endverbraucher es nicht merkt.

Restaurant-Recherche

Dabei gilt die EU-Verordnung auch für Speisen, die in Kantinen oder Gaststätten angeboten werden. Deshalb haben wir im Zeitraum vom November 2005 bis Dezember 2006 über hundert Stuttgarter Gastronomiebetriebe besucht und recherchiert, welche Speiseöle die Köche verwenden. Ein sehr wichtiges Anliegen dabei war uns auch, die Gastwirte über diese Problematik zu informieren.

Sie wollen wissen, ob Ihr Lieblingsrestaurant gentechnik-frei arbeitet? Eine Zusammenfassung der Ergebnisse unserer Recherchen finden Sie in unserer Übersicht.

Restaurant Recherche 2006
© Flierl


Wir waren positiv überrascht, dass die große Mehrheit der Gastronomen auf Gentechnik verzichtet. Allerdings hat uns auch gleichzeitig erschreckt, dass so gut wie kein Betreiber über die Kennzeichnungsverordnung informiert war; und dies, obwohl Verstöße gegen diese Verordnung mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden können. In neun Betrieben sind wir auf Speiseöl aus genverändertem Soja oder Raps gestoßen.

Restaurant Recherche 2006
© Greenpeace


Restaurant Recherche 2006
© Flierl

Keines dieser Restaurants oder Imbisse hatte die Verwendung der Gen-Öle auf der Speisekarte vermerkt, da die Kennzeichnungsverordnung weder den Gastwirten noch dem Personal bekannt war. Vor allem aber zeigte sich, dass keiner dieser Gastronomen Interesse daran hatte, Gen-Öle zu verwenden. Erst einmal darauf aufmerksam gemacht, haben alle sofort Bereitschaft gezeigt, die Ölmarke umzustellen. Sieben dieser Betriebe verwenden bereits gentechnikfreie Speiseöle. Die restlichen zwei befinden sich noch in der Umstellungsphase. Es zeigte sich, dass die Umstellung schnell und unproblematisch möglich ist.


Ergebnis

Insgesamt besuchten wir bisher 108 Gastronomiebetriebe. Wir waren positiv überrascht, dass die Mehrheit der Betriebe gentechnikfreie Öle verwendet. Denn obwohl der Großteil nicht über dieses Thema informiert war, fanden wir in 92 Lokalen gentechnikfreies Speiseöl. In neun Fällen entdeckten wir Öle aus gentechnisch verändertem Soja oder Raps. Von fünf Restaurants haben wir bisher noch keine Reaktion auf unsere Anfragen erhalten. Zwei der der Lokale haben die Auskunft verweigert.

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Download
In unserem Flugblatt "Achtung Gentechnik! Kein Gen-Öl in Ihrem Essen" (PDF-Datei, 316 kB) finden Sie die Forderungen von Greenpeace zum Thema Gentechnik.
In unserem Flugblatt "Achtung Gentechnik! Kein Gen-Öl für Restaurants" (PDF-Datei, 320 kB) finden Sie die Informationen für Gastwirte.
"Gen-Alarm im Restaurant" (PDF-Datei, 71 kB) enthält noch mehr Informationen zum Thema Gen-Öle in Restaurants.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 26.02.2007